Syrien-Konflikt Russland will Militärgespräche mit USA wieder aufnehmen

Moskau will sich über sein militärisches Eingreifen in Syrien mit den USA abstimmen und dazu den Militärdialog der beiden Länder wieder aufnehmen. Die Gespräche liegen wegen der Ukraine-Krise auf Eis.

Kerry, Lawrow in London (März 2014): Wegen der Ukraine-Krise liegen die Militärgespräche auf Eis
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Kerry, Lawrow in London (März 2014): Wegen der Ukraine-Krise liegen die Militärgespräche auf Eis


Russland hat nach Angaben von US-Außenminister John Kerry bilaterale Militärgespräche zum Konflikt in Syrien vorgeschlagen. Kerry sagte am Mittwoch, Moskau strebe einen direkten Gesprächsdraht zwischen den Streitkräften der USA und denen Russlands an, um sich gegenseitig über das Vorgehen in dem Bürgerkriegsland zu informieren und möglichen Zwischenfällen vorzubeugen. Der US-Außenminister hatte am Dienstag mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow telefoniert.

Die USA hatten den Militärdialog mit Moskau im März 2014 wegen der Ukraine-Krise unterbrochen. Aus Kreisen des US-Verteidigungsministeriums verlautete, es gebe keine Pläne für die Wiederaufnahme. Allerdings stehe es ranghohen Militärs frei, "wenn notwendig" mit Ansprechpartnern in anderen Ländern zu kommunizieren.

Die Regierung in Washington betrachtet das verstärkte militärische Eingreifen Russlands in den Syrien-Konflikt mit großer Sorge. Kerry machte am Mittwoch erneut deutlich, dass die russische Unterstützung für den syrischen Machthaber Baschar al-Assad zu einer weiteren Eskalation der Krise führen könnte. Außerdem untergrabe das russische Vorgehen ihr "gemeinsames Ziel im Kampf gegen Extremismus".

Die USA fliegen mit internationalen Partnern Luftangriffe gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien und im Irak. Zugleich drängen sie auf eine Ablösung von Assad, den sie für das Bürgerkriegschaos verantwortlich machen. Kerry rief Russland auf, eine "konstruktive Rolle" bei der Suche nach einer politischen Lösung in Syrien zu spielen. Der Kreml bemüht sich dagegen, eine Anti-IS-Koalition unter Einbeziehung der syrischen Regierung zu schmieden.

Russlands Präsident Wladimir Putin will erstmals seit zehn Jahren eine Rede bei der Generaldebatte der Uno-Vollversammlung Ende September halten. Russland hat in diesem Monat auch den Vorsitz des Uno-Sicherheitsrates. Generalsekretär Ban Ki Moon kritisierte derweil die russischen Waffenlieferungen an Assad. "Es gibt keine militärische Lösung, nur eine politische Lösung", sagte er am Mittwoch.

sun/AFP

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palef 16.09.2015
1. ...auf geht's Frau Merkel...
...zeigen Sie nun ganz schnell 'Eier' und hauen Sie dieselben dem Amerikanischen Präsidenten um die Ohren, damit es endlich, endlich weitergeht!
Theodoro911 17.09.2015
2. Na sowas
Die "aggressiven Russen" suchen Gepräche die die "friedensbringenden Amerikaner" abbrechen und verweigern. Mit einem Friedensnobelpreisträger an der Spitze! Was haben die Amerikaner gegen eine effektive Bekämpfung des IS-Terrors? Haben sie etwa Angst daß ihr Angsterzeugungsinstrument IS von Experten zerlegt wird. Scheint so zu sein. Wer kauft eigentlich das IS-Öl völlig sanktionsfrei? Da ist der CIA ahnungslos! Wer kauft die in Syrien geklauten Kunstschätze? Investoren aus RU und China oder andere Kunstkenner. Wer verfolgt die? Der Weltpolizist auf jeden Fall nicht. Sonst ist die Finanzierung des Projekts IS nicht mehr möglich. 1+1 selber rechnen.
xysvenxy 17.09.2015
3.
Wie wäre es denn, wenn die Welt einsehen würde: Russland will und braucht einen Landkorridor zur Krim, gebt ihnen das doch einfach. 100km breit - oder was auch immer ausgehandelt wird... Und dann sollten die USA, Russland und die EU mal wieder zusammen arbeiten und sich gemeinsam überlegen, was sich gegen die Pulverfässer unternehmen lässt. Vielleicht macht China ja auch mit. Interesse an einer Lösung ist bei allen vorhanden.
bertholdrosswag 17.09.2015
4.
Das sollte mir jemand klar machen, dass es keine militärische Lösung in Syrien gibt und gleichzeitig zerbomben die USA syrisches Gebiet. Kerry und vor allem Obama sollten zumindest Putin darlegen warum Assad liquidiert werden muss. Putin dagegen, warum Assad nicht weggebombt werden darf. Diese Diskussion sollte dann weltweit veröffentlicht werden. Eine Säuberung des Syrischen Staatsgebietes wäre in jedemfalle eine direkte Notwendigkeit um den Syrern die Rückkehr in ihre Heimat zu ermöglichen
bertholdrosswag 17.09.2015
5. Syrien von den Terroristen zu säubern
Das sollte mir jemand klar machen, dass es keine militärische Lösung in Syrien gibt und gleichzeitig zerbomben die USA syrisches Gebiet. Kerry und vor allem Obama sollten zumindest Putin darlegen warum Assad liquidiert werden muss. Putin dagegen, warum Assad nicht weggebombt werden darf. Diese Diskussion sollte dann weltweit veröffentlicht werden. Eine Säuberung des Syrischen Staatsgebietes von jeder coleur der Terroristen wäre jedemfalls eine direkte und zwingende Notwendigkeit um den Syrern die Rückkehr in ihre Heimat zu ermöglichen.Wenn Putin das im Auge hat unterstütze ich das unumwunden.
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