Syrien-Konflikt Extremisten entführen türkische Piloten im Libanon

Ihr Bus befand sich auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel, als das Fahrzeug gestürmt wurde: Zwei Mitarbeiter von Turkish Airlines sind im Libanon verschleppt worden. Hinter der Tat stecken offenbar schiitische Extremisten - die Gefangene im Nachbarland Syrien freipressen wollen.

Libanesische Sicherheitskräfte: Suche nach entführten Piloten
REUTERS

Libanesische Sicherheitskräfte: Suche nach entführten Piloten


Beirut - Im Libanon hat es einen Übergriff auf zwei türkische Piloten gegeben. Unbekannte entführten die Mitarbeiter der Fluggesellschaft Turkish Airlines in der Hauptstadt Beirut. Zu der Tat bekannte sich die bislang unbekannte, offenbar schiitische Gruppe Suwar al-Imam al-Redha, berichtete der Nachrichtensender al-Arabija. Die Entführer erklärten, die Türken würden freigelassen, wenn syrische Rebellen dafür neun verschleppte schiitische Libanesen freigäben.

Angehörige der im vergangenen Jahr in Syrien verschleppten Libanesen hatten die Türkei in den vergangenen Monaten mehrfach aufgefordert, ihre guten Kontakte zu den syrischen Rebellen zu nutzen. Die schiitische Hisbollah und einige andere libanesische Parteien unterstützen im syrischen Bürgerkrieg die Truppen von Präsident Baschar al-Assad. Die Türkei steht in dem Konflikt auf der Seite der Rebellen. Nun wollen die Entführer mit ihrer Aktion den Druck auf die Regierung in Ankara erhöhen.

Die beiden Piloten wurden am Freitag auf dem Weg vom Flughafen zu einem Hotel aus einem Bus verschleppt, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf die türkische Botschaft in Beirut. Der Sohn des Busfahrers, der seinen Vater auf der nächtlichen Fahrt vom Flughafen in die Stadt begleitet hatte, sagte dem libanesischen Fernsehsender MTV, die bewaffneten Männer hätten ausdrücklich nach dem Piloten und dem Co-Piloten gefragt. Die Flugbegleiterinnen hätten sie nicht behelligt.

Man stehe in engem Kontakt mit den libanesischen Behörden, teilte das türkische Außenministerium mit. Im vergangenen Jahr waren bereits zwei türkische Staatsangehörige im Libanon kurzzeitig verschleppt worden, nachdem libanesische Schiiten in der syrischen Provinz Aleppo und ein weiterer Libanese in Damaskus von Rebellen entführt worden waren.

jok/dpa/Reuters



insgesamt 33 Beiträge
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pontypool 09.08.2013
1. Man sollte mal Nachdenken......
..... warum gerade türkische Piloten entführt werden um Hisbollah- Kämpfer freizupressen. Es liegt wohl daran, dass die Türkei bzw. das türkische Regime bis über beide Ohren in den völkerrechtswiderigen Angriffskrieg gegen Syrien verstrickt ist!
harmlos01 09.08.2013
2. Macht sich die Türkei zur Zielscheibe?
Die Türkei hat sich im syrischen Bürgerkrieg klar positioniert. Somit ist es nicht verwunderlich, wenn nun türkische Staatsbürger als Druckmittel missbraucht werden.
stopfiatmoney 09.08.2013
3.
Erdogans Dschihad-Support ist für die Türkei verhängnisvoll. EU-Beitritt ist passé und auch die Nato-Mitgliedschaft dürfte längst kippelig sein. Erdogan weg oder die Türkei ist raus. Und man vermisst Widerstand der Bevölkerung gegen einen Typen, der hier die Zukunft des Landes verzocken könnte und Krieg in Nachbarländern schürt.
gr89 09.08.2013
4.
Zitat von stopfiatmoneyErdogans Dschihad-Support ist für die Türkei verhängnisvoll. EU-Beitritt ist passé und auch die Nato-Mitgliedschaft dürfte längst kippelig sein. Erdogan weg oder die Türkei ist raus. Und man vermisst Widerstand der Bevölkerung gegen einen Typen, der hier die Zukunft des Landes verzocken könnte und Krieg in Nachbarländern schürt.
Den Widerstand gab es, die sitzen jetzt samt ihren Anwälten und Journalisten die darüber berichteten im Knast. Aber da das ja ein Verbündeter ist schweigen unsere Qualitätsmedien dazu lieber.
pontypool 09.08.2013
5. In Aleppo im Norden Syriens......
Zitat von stopfiatmoneyErdogans Dschihad-Support ist für die Türkei verhängnisvoll. EU-Beitritt ist passé und auch die Nato-Mitgliedschaft dürfte längst kippelig sein. Erdogan weg oder die Türkei ist raus. Und man vermisst Widerstand der Bevölkerung gegen einen Typen, der hier die Zukunft des Landes verzocken könnte und Krieg in Nachbarländern schürt.
..... kämpfen überwiegen extrem-islamistische Söldner der ISIS und Al Nusra Front. Beide Gruppen werden von den USA und Europa als terroristische Gruppierungen eingestuft. Die Bewaffnung, Verpflegung und Rekrutierung mit neuen Kämpfer wird zum grossen Teil über die türkische Grenze abgewickelt. Die Türkei dient diesen Banden als Rückzugs- und Aufstellungsgebiet. Das bedeutet dann, dass die Türkei direkt eine terroristischen Gruppierung unterstützt! Ein Land das in die EU will und Natomitglied ist, unterstützt ganz offen die Al Kaida und keinen Politiker in Europa stört es. Für mich kann dies nur bedeuten, der Angriffskrieg gegen Syrien ist durch die Nato und EU abgesegnet Da darf sich niemand in der Türkei wundern, daß man in den Krieg hineingezogen wird! Erdogan unterstützt die Terrorbanden im Norden Syriens und ist somit direkter Kriegsteilnehmer.
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