Syrien-Konflikt Türkei stellt Grenzmauer fertig

Wachtürme, Betonblöcke und Stacheldraht: Die Türkei hat den Bau einer Grenzanlage zu Syrien abgeschlossen. Schmuggler und illegal Einreisende aus dem Bürgerkriegsland sollen so aufgehalten werden.
Türkisch-Syrische Grenze

Türkisch-Syrische Grenze

Foto: OZAN KOSE/ AFP

Die Grenze zwischen der Türkei und Syrien ist rund 911 Kilometer lang. Auf mehr als der Hälfte dieser Strecke steht nun eine Mauer. Die Arbeiten an dem Bau seien abgeschlossen, teilte das türkische Verteidigungsministerium nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa mit.

Die Türkei, die allein bis November 2016 fast drei Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen hatte, hat ihre Grenzen im Zuge des EU-Flüchtlingsdeals im Frühjahr abgeriegelt. Zuvor hatte Europa die türkische Regierung immer wieder für zu lasche Grenzkontrollen kritisiert. Damit hätten unter anderem Dschihadisten über die Türkei nach Syrien einreisen und sich etwa der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) anschließen können, so der Vorwurf.

Flüchtlingsdeal mit der Türkei

Die nun fertig gestellte drei Meter hohe und 556 Kilometer lange Grenzbefestigung besteht aus mobilen Betonblöcken, die von Stacheldraht umgeben sind. Zusätzlich hierzu gibt es Wachtürme. Die Mauer erstreckt sich über die süd- und südosttürkischen Provinzen Hatay, Kilis, Sanliurfa, Mardin, Sirnak und Gaziantep.

Die türkische Armee hat die Terrormiliz IS mittlerweile vollständig von der Grenze vertrieben. Ein Teil der syrischen Grenzregion zur Türkei wird vom türkischen Militär und verbündeten Rebellen kontrolliert, ein anderer von kurdischen Milizen. Die Grenze zu Syrien ist grundsätzlich geschlossen. Verletzte Flüchtlinge werden zur Behandlung jedoch in die Türkei gebracht.

dop/dpa