Konflikt mit Syrien Türkei verlegt Marineschiffe ins östliche Mittelmeer

Im Konflikt mit Syrien rüstet die Türkei weiter auf: Medienberichten zufolge schickt die Regierung in Ankara Marineschiffe ins östliche Mittelmeer - ein klares Signal an Diktator Assad.
Premier Erdogan (l.) und General Özel: Mit Vergeltungsschlägen gedroht

Premier Erdogan (l.) und General Özel: Mit Vergeltungsschlägen gedroht

Foto: ? Umit Bektas / Reuters/ REUTERS

Ankara - Die türkische Armee ist seit dem Granatenbeschuss aus Syrien in erhöhter Alarmbereitschaft. Im Grenzgebiet hat die Regierung in Ankara aufgerüstet: Die Zahl der Soldaten, Panzer und Kampfjets wurde nach Medienberichten erhöht. Aber nicht nur zu Land, auch zu Wasser demonstriert das Land Stärke. Wie der türkische Nachrichtensender NTV meldet, wurden einige Schiffe aus Gölcük ins östliche Mittelmeer verlegt. Auch die Zeitung "Hürriyet" berichtete über Vorbereitungen der Marine. Die Marine bereite sich offenbar auf einen möglichen Konflikt mit dem Nachbarn Syrien vor, hieß es.

Generalstabschef Necdet Özel besuchte am Dienstag die Basis Gölcük am Marmarameer, einen der wichtigsten Marinestützpunkte des Landes, teilte der Generalstab in Ankara mit.

General Özel hatte in der vergangenen Woche bereits die türkischen Truppen an der Grenze zu Syrien inspiziert. Dabei drohte er dem Nachbarstaat mit heftigen Vergeltungsschlägen, falls der Beschuss durch syrische Granaten anhalten sollte. Nach Angaben der "Hürriyet" hat die Luftwaffe 15 Kampfjets aus anderen Landesteilen ins südostanatolische Diyarbakir verlegt. Die Zahl der Panzer wurde um noch einmal 60 auf jetzt 250 erhöht. Auch die Zahl der Artillerie-Einheiten an der Grenze sei erheblich aufgestockt worden. Das Blatt berief sich auf Regierungskreise.

Ziel einer möglichen Intervention wäre es demnach, die syrische Seite der Grenze unter türkische Kontrolle zu bringen. Ob die Armee einen solchen Schritt für nötig erachten werde oder nicht, hänge vom Verhalten der Syrer ab, hieß es.

Am 3. Oktober waren fünf türkische Frauen und Kinder im Grenzort Akcakale von einem syrischen Artilleriegeschoss getötet worden. Auch in den Tagen danach gingen mehrmals syrische Geschosse auf türkischem Territorium nieder, türkische Soldaten feuerten zurück. Nach Angaben aus türkischen Regierungskreisen hat es in den vergangenen Tagen aber keinen Beschuss mehr gegeben.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoan hat bereits mehrmals erklärt, sein Land wolle keinen Krieg mit Syrien, müsse sich aber auf alle Eventualitäten vorbereiten. Das türkische Parlament hatte Regierung und Armee am 4. Oktober die Erlaubnis für eine militärische Intervention im Nachbarstaat Syrien gegeben. Das Mandat erlaubt für ein Jahr Einsätze auch über die Grenze hinweg.

Beide Staaten haben mittlerweile einander den Luftraum gesperrt. Außerdem lässt die Regierung nun überfliegende Maschinen kontrollieren, um Waffentransporte nach Syrien auch in zivilen Passagiermaschinen zu verhindern.

heb/AFP
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