Syrisches Arsenal Kontrolleure kritisieren langsame Chemiewaffen-Zerstörung

Syrien kommt mit der Vernichtung seiner Chemiewaffen nur schleppend voran: Die Kontrollbehörde OPCW und das US-Außenministerium haben das Assad-Regime daher kritisiert. Der vereinbarte Zeitplan ist in Gefahr.

Chemiewaffen-Entsorgung im deutschen Munster: Kritik an Syrien
DPA

Chemiewaffen-Entsorgung im deutschen Munster: Kritik an Syrien


Den Haag - Deutliche Kritik am Regime von Diktator Baschar al-Assad: Die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) hat Syrien nach einer Sitzung ihres Exekutivrats am Freitag kritisiert, weil es sein Arsenal tödlicher Kampfstoffe nur langsam zur Vernichtung aus dem Land schafft. Auch ein Sprecher des US-Außenministeriums sagte, es bestehe das Risiko, dass Syrien die vereinbarte Frist zur Vernichtung aller seiner Kampfstoffe bis Ende Juni nicht einhalte.

Nach tatenlosen Wochen sei nach wie vor weniger als ein Drittel der Kampfstoffe verschifft, so der Sprecher des Ministeriums. "Verschiffungen in jüngster Zeit sind ein ermutigendes Zeichen, dass Syrien den Abtransport seiner Chemiewaffen beschleunigt", sagte der Sprecher, "aber die bisherige Aktivität des Regimes gefährden die Einhaltung der Frist."

Die OPCW erneuerte die Forderung an Diktator Assad, die Waffen schnellstmöglich aus dem Land zu schaffen und auch die dazugehörigen Produktionsanlagen zu zerstören. Syrien hat mit Russland und den USA ein Abkommen geschlossen, demzufolge alle syrischen Chemiewaffen bis zum 30. Juni vernichtet sein müssen.

Bislang hat Syrien zwölf Anlagen zwar unbrauchbar gemacht, sie jedoch nicht zerstört. Die Kontrollbehörde soll nun ein Expertenteam zur Unterstützung nach Syrien entsenden. Schon die ursprüngliche Frist vom 5. Februar hatte das Land nicht eingehalten. Syrien hat nun zugesagt, alle Chemikalien bis zum 27. April außer Landes zu schaffen. Gut 500 Tonnen Giftstoffe sollen auf einem Schiff der US-Marine im Mittelmeer neutralisiert werden. Die weniger gefährlichen Stoffe sollen in Anlagen in mehreren Ländern vernichtet werden - unter anderem im deutschen Munster.

mxw/dpa/Reuters

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Ptrebisz 07.03.2014
1. Er spielt auf Zeit
Zitat von sysopDPASyrien kommt mit der Vernichtung seiner Chemiewaffen nur schleppend voran: Die Kontrollbehörde OPCW und das US-Außenministerium haben das Assad-Regime daher kritisiert. Der vereinbarte Zeitplan ist in Gefahr. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-kontrolleure-kritisieren-langsame-chemiewaffen-zerstoerung-a-957562.html
Jetzt passiert genau das was skeptische Beobachter schon letztes Jahr erwartet haben: Assad zeigte sich anfangs demonstrativ kooperationsbereit, aber nur bis das allgemeine Interesse nachlässt, und jetzt spielt er auf Zeit.
chefchen1 08.03.2014
2. dritter Versuch!
Zitat von sysopDPASyrien kommt mit der Vernichtung seiner Chemiewaffen nur schleppend voran: Die Kontrollbehörde OPCW und das US-Außenministerium haben das Assad-Regime daher kritisiert. Der vereinbarte Zeitplan ist in Gefahr. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-kontrolleure-kritisieren-langsame-chemiewaffen-zerstoerung-a-957562.html
Die OPCW berichtet genau das Gegenteil: http://www.opcw.org/news/article/executive-council-notes-increasing-pace-in-moving-chemicals-out-of-syria-requests-accelerated/ Es läuft zufriedenstellend und immer besser mit dem Chemiewaffentransport
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