Krieg in Syrien Ankara meldet Luftangriff auf türkischen Konvoi

Ein türkischer Militärkonvoi ist in Syrien laut dem Verteidigungsministerium in Ankara attackiert worden. Drei Zivilisten seien tot, Absprachen mit Russland ignoriert worden.

Detonation in der Provinz Idlib: Laut Türkei ignoriert der Angriff bestehende Absprachen mit Russland
Omar HAJ KADOUR/ AFP

Detonation in der Provinz Idlib: Laut Türkei ignoriert der Angriff bestehende Absprachen mit Russland


Bei einem Luftangriff auf einen türkischen Militärkonvoi sind nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums drei Menschen gestorben. Zwölf weitere sollen verletzt worden sein. In einem Statement hieß es, die Türkei verurteile den Angriff, der bestehende Absprachen mit Russland ignoriere.

Die Türkei und Russland hatten die Gegend um das syrische Idlib im September zu einer Deeskalationszone erklärt und eine Waffenruhe beschlossen. Die Truppen von Syriens Machthaber Baschar al-Assad und ihr Verbündeter Russland gehen seit Ende April aber wieder verstärkt gegen die Rebellen und Dschihadisten vor. Seit Beginn der Militäroffensive in Idlib sind dort rund 3500 Menschen getötet worden. Etwa 400.000 Menschen wurden nach Uno-Angaben durch die Kämpfe vertrieben.

Die syrische Führung hatte sich zuvor über das Vordringen eines türkischen Militärkonvois im Nordwesten Syriens verärgert gezeigt. Die türkische Kolonne sei "mit Munition beladen" auf dem Weg nach Chan Scheichun in der Provinz Idlib, kritisierte ein Vertreter des Außenministeriums in Damaskus, der von der staatlichen Nachrichtenagentur Sana zitiert wurde. Dies belege "ein weiteres Mal" die "Unterstützung terroristischer Gruppen" durch die Türkei.

Etwa 50 Militärfahrzeuge

Der Konvoi befand sich demnach bei Maaret al-Numan, rund 15 Kilometer nördlich von Chan Scheichun. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP zählte rund 50 Militärfahrzeuge, darunter Truppentransporter und mindestens fünf Panzer.

Der türkische Militärkonvoi auf dem Weg nach Chan Scheichun
Omar HAJ KADOUR/ AFP

Der türkische Militärkonvoi auf dem Weg nach Chan Scheichun

Nach Informationen der in Großbritannien ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte versuchten syrische und russische Militärjets, mit Luftangriffen die Weiterfahrt des Militärkonvois zu verhindern. Bei einem Angriff auf ein Vorauskommando aufständischer syrischer Einheiten sei ein Mitglied der Gruppierung Failak al-Scham getötet worden, hieß es in einer Erklärung der Beobachtungsstelle.

Regierungstreue syrische Truppen waren am Sonntag erstmals seit fünf Jahren in die Stadt Chan Scheichun eingedrungen. Chan Scheichun liegt an einer Hauptverkehrsstraße in der von Dschihadisten kontrollierten Region. Sie verbindet die Hauptstadt Damaskus mit der Stadt Aleppo, die seit 2016 wieder unter Regierungskontrolle ist.

In Chan Scheichun sei am Montag weiter gekämpft worden, erklärte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Dabei standen sich regierungstreue Truppen einerseits und Dschihadisten sowie andere Rebellengruppen andererseits gegenüber. Die Beobachtungsstelle verfügt über ein Netzwerk von Informanten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

mfh/AP/AFP/Reuters

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