Assad-Vormarsch im Syrien-Krieg Der Fall von Homs

Im syrischen Bürgerkrieg hat die Armee von Diktator Assad einen wichtigen Sieg errungen: Sie übernimmt offenbar die Kontrolle in der Stadt Homs, die Rebellen sind auf dem Rückzug.

Ruinen in Homs (im März): Die Stadt wurde mehr als zwei Jahre belagert
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Ruinen in Homs (im März): Die Stadt wurde mehr als zwei Jahre belagert


Damaskus/Berlin - Der Rückzug der Rebellen aus der hart umkämpften Stadt Homs gilt als wichtiger Erfolg für Baschar al-Assad. Der Diktator will sich in gut einem Monat bei der Präsidentenwahl im Amt bestätigen lassen - mitten im Bürgerkrieg. Die einstige Rebellenhochburg Homs fällt jetzt offenbar fast vollständig zurück in die Hände des syrischen Regimes.

Nach dem Abzug der Rebellen solle die Regierungsarmee "die Kontrolle über die Gebiete wieder übernehmen", erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Sie bezieht ihre Informationen von einem Netzwerk vor Ort, ihre Angaben sind deshalb von unabhängiger Seite kaum überprüfbar. Betroffen sind demnach mehr als tausend Rebellen, die sich "in Richtung Norden der Provinz Homs" zurückziehen sollten.

Ein Aktivist in Homs bestätigte aber der Nachrichtenagentur AFP das Abkommen, das einen "sicheren Rückzug" der Rebellen vorsehe - die Rebellen dürften ihre Waffen behalten. Die Waffenruhe selbst soll demnach zwei Tage andauern, die Beobachtungsstelle sprach von einem Tag.

Am Samstag berichteten syrische Aktivisten laut der Nachrichtenagentur AP, dass sich der Abzug der Kämpfer verzögert habe. Die Gründe dafür seien noch unklar. Die Waffenruhe halte bislang allerdings stand, heißt es.

Anschläge in der Provinz Hama

Sollten die Rebellen aus den vereinbarten Gebieten abziehen, halten sie nur noch die Kontrolle über den Bezirk al-Waer am Stadtrand. Wie die britische Zeitung "The Guardian" berichtet, zogen Oppositionsführer und regionale Diplomaten nach dem Fall der Stadt Homs in Zweifel, dass es den Rebellen gelingen könne, die Kontrolle über andere Schlüsselregionen aufrechtzuerhalten.

Seit nunmehr zwei Jahren war die Stadt von Regierungstruppen belagert. Am Freitag hatten sich Regierung und Rebellen auf eine 48-stündige Waffenruhe geeinigt, die den Aufständischen freies Geleit ermöglichen soll. Bereits Anfang Februar konnten während einer kurzfristigen Feuerpause mehrere hundert Zivilisten aus den Ruinen der Altstadt von Homs evakuiert werden. Zudem gelangten damals Medikamente und Nahrungsmittel in den belagerten Stadtteil.

Das Abkommen von Homs, Syriens drittgrößter Stadt, folgt auf eine Serie militärischer Erfolge des Regimes rund um die Hauptstadt Damaskus. Sollten die Vereinbarungen eingehalten werden, hätte das Assad-Regime die Kontrolle über den strategisch wichtigen Streifen von Latakia im Nordwesten bis Damaskus.

In anderen Landesteilen Syriens hielten die Kämpfe am Freitag unvermindert an. In der Provinz Hama, die nördlich der Provinz Homs liegt, wurden staatlichen Medienberichten zufolge am Freitag mindestens 20 Menschen bei zwei Selbstmordanschlägen getötet, darunter zwölf Kinder. Die Anschläge trafen demnach die Ortschaften Dschibrin und al-Humairi.

bos/AFP/AP

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freddygrant 03.05.2014
1. Die von ...
... den britisch-amerikanischen Geheimdiensten und Saudis geförderten islamistischen Terror- und Destabilisierungssöldner sind auf dem Rückzug. Freier Abzug der Rebellen? Assad wird dabei dann sicher ganz genau herausfinden mit welchen Gegnern er es tatsächlich zu tun hatte. Geht denen das Geld aus?
apalanca 03.05.2014
2. Syrien wurde in Schutt und Asche gelegt
Giftgas, Fassbomben, Folter, Vergewaltigung, Tod- Syrien. Wer so eine diktatorische Demokratie für gut heißt, der soll meinetwegen unter diesen Umständen dort leben... Millionen von Menschen haben Häuser, Familienmitglieder und Bildung verloren. Obwohl es für ein entwickeltes Land ein "Leichtes" wäre Assad von seinem Blutigen Thron zu stürzen und dem Volk schutz zu geben.
Zaphod 03.05.2014
3. Bildungsverluste
Einen Verlust an Bildung würde es wohl eher geben, wenn der von vielen Rebellen gewünschte Gottesstaat verwirklicht werden könnte. Vielleicht gelingt es Assad nun im Schatten der Ukraine sein Land zu stabilisieren und die Terroristen - denn Rebellen sind stets Terroristen, wie wir aus der Ukraine wissen - aus dem Land zu vertreiben bzw. zu befrieden!
citizengun 03.05.2014
4.
Kriege werden durch die Politik initiiert. Wäre jeder Bürger bewaffnet, dann wäre auch jeder physisch gleich stark und es käme zu einem bestmöglichen Interessenausgleich.
stranger66 03.05.2014
5. dieser Assad
Zitat von sysopREUTERSIm syrischen Bürgerkrieg hat die Armee von Diktator Assad einen wichtigen Sieg errungen: Sie übernimmt offenbar die Kontrolle in der Stadt Homs, die Rebellen sind auf dem Rückzug. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-krieg-assad-regime-uebernimmt-kontrolle-ueber-homs-a-967353.html
ist ein bösartiger Diktator und muß weg. Allerdings war auch im Fall Syrien wiedermal Russland schlauer und hat nicht die falschen Leute unterstützt.
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