Bürgerkrieg Syrische Armee erklärt Waffenruhe für beendet

Nur eine Woche nach Beginn hat die syrische Armee die Waffenruhe im Land für beendet erklärt. Diktator Assad erhebt schwere Vorwürfe gegen die USA.

Zerstörte Straße nach Luftangriff in Aleppo
AFP

Zerstörte Straße nach Luftangriff in Aleppo


Syriens Armee lässt die von Russland und den USA ausgehandelte Waffenpause auslaufen. Das "Regime der Ruhe" gelte nicht mehr, teilte die Armee von Diktator Baschar al-Assad mit. Auch Vertreter der Rebellen sagten der Nachrichtenagentur Reuters, die Waffenruhe sei faktisch gescheitert.

"Bewaffnete terroristische Gruppen" hätten sich nicht an die Umsetzung der Abmachung gehalten, teilte die Armeeführung nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana mit. In verschiedenen Gebieten habe es mehr als 300 Verstöße gegen die Waffenruhe gegeben. Syriens Armee habe dagegen größte Zurückhaltung an den Tag gelegt, wurde behauptet. Das Regime bezeichnet generell alle Gegner als "Terroristen", auch gemäßigte.

Assad warf unter anderem den USA vor, alles zu tun, um ein Ende des seit fünf Jahren andauernden Bürgerkriegs zu verhindern. Russland bezeichnete es als sinnlos für die syrische Armee, einseitig eine Feuerpause einzuhalten, wenn sie weiterhin von Rebellen angegriffen werde.

Bei einem Luftangriff der US-Koalition auf die syrischen Truppen waren am Wochenende mehr als 60 Soldaten getötet worden. "All das gefährdet natürlich die Waffenruhe", sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow. Syriens Armee sei die einzige Seite gewesen, die die Feuerpause eingehalten habe.

Die von den USA und Russland ausgehandelte Waffenruhe war vor einer Woche in Kraft getreten und hatte in den ersten Tagen größtenteils gehalten. Zuletzt wurde sie jedoch immer brüchiger. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete am Montag weitere Luftangriffe in mehreren Regionen. Auch die Kämpfe zwischen Armee und Rebellen im Osten von Damaskus seien weitergegangen.

Nach sieben Tagen Waffenruhe sollte eigentlich die nächste Stufe der Vereinbarung zwischen den USA und Russland umgesetzt werden. Diese sieht vor, dass beide gemeinsam und koordiniert gegen Terrorgruppen vorgehen, etwa die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) oder die Fatah-al-Scham-Front (früher: Al-Nusra), die eng mit dem Terrornetzwerk al-Qaida verbunden ist.

als/Reuters/dpa

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