Bürgerkrieg CIA rüstet Syriens Rebellen auf

Der US-Auslandsgeheimdienst CIA soll - nach monatelanger Verzögerung - mit Waffenlieferungen an Syriens Rebellen begonnen haben. Das berichtet die "Washington Post". Zur Verfügung gestellt würden leichte Waffen, Munition, Fahrzeuge und Kommunikationstechnik.
Syrische Rebellen bei Khanasser: Neue Waffen für die Aufständischen

Syrische Rebellen bei Khanasser: Neue Waffen für die Aufständischen

Foto: SALAH AL-ASHKAR/ AFP

Washington - Der US-Geheimdienst CIA hat laut "Washington Post"  Waffenlieferungen an syrische Rebellen gestartet. Demnach erhielten die Kämpfer leichte Waffen und Munition aus den USA, außerdem medizinische Ausstattung und Ausrüstung für die Kommunikation. Das Material ist laut Bericht in den vergangenen zwei Wochen in das Bürgerkriegsland gelangt. Zudem wurden separat Fahrzeuge geliefert.

Die Autoren der "Washington Post" meinen: Die Lieferungen bedeuteten eine wesentliche Ausweitung der US-Rolle in dem Krieg. Sie berufen sich in ihrem Bericht auf US-Beamte. Washington hofft demnach, die Aufständischen deutlich zu stärken.

Arabische Staaten hatten bereits vor Monaten damit begonnen, moderne Waffen zu liefern. Die Unterstützung richtet sich vor allem an die gemäßigten syrischen Rebellen. Diese hatten kontinuierlich an Einfluss verloren gegenüber radikalen Gruppen und internationalen Dschihadisten.

"Kinder vor Giftgas schützen"

US-Präsident Barack Obama hatte der syrischen Führung nach dem Giftgasangriff vom 21. August mit einem Militärschlag gedroht. Hunderte Menschen waren bei dem Einsatz der Chemiewaffen gestorben, darunter viele Kinder.

Den geplanten Militärschlag schob Obama allerdings auf - sein politischer Schlingerkurs in den vergangenen Wochen brachte ihm viel Kritik ein. In seiner Rede an die Nation in der Nacht zum Mittwoch betonte der US-Präsident zugleich, seine Truppen stünden weiter bereit, "um den Druck auf Assad zu wahren". Die USA seien nicht die Weltpolizei, "doch wenn man Kinder davor schützen kann, vergast zu werden, sollte man es tun".

Diese Haltung jedoch kritisiert Russlands Präsident Wladimir Putin, der traditionell mit der syrischen Führung verbündet ist. In einem Meinungsbeitrag für die "New York Times"  nennt Putin es "alarmierend", dass ein militärisches Eingreifen in interne Konflikte ausländischer Staaten für die USA zur Gewohnheit geworden sei.

Er beharrt zudem auf seinem Vorschlag, das Giftgasarsenal des syrischen Regimes unter internationaler Kontrolle zu vernichten. Experten haben allerdings starke Bedenken, auch Washington reagierte verhalten.

Nun verhandeln die USA und Russland wieder direkt. Die Außenminister beider Länder, John Kerry und Sergej Lawrow, treffen sich am Donnerstagnachmittag in Genf. Diplomaten in Genf erklärten, die Minister würden zunächst ohne Beteiligung der Vereinten Nationen bilateral die jeweiligen Vorstellungen erörtern und nach einem Konsens suchen.

Schon jetzt ist nach US-Ansicht klar: Es wird keine schnelle diplomatische Lösung für den Konflikt um die syrischen Chemiewaffen geben. Ein zeitliches Limit, bis wann das Regime von Machthaber Baschar al-Assad dem Vorschlag zur Beseitigung seiner Chemiewaffen nachkommen müsse, damit ein US-Militärschlag ausbleibt, nannte ein US-Sprecher nicht.

kgp/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.