Treffen in New York Putin und Obama wollen reden

Die USA und Russland streiten um die richtige Strategie im Syrienkonflikt - gibt es jetzt eine Annäherung? Obama stimmte einem von Putin vorgeschlagenen Treffen zu. Eine Absage wäre "unverantwortlich" gewesen, hieß es aus Washington.
Putin und Obama (bei Apec-Gipfel 2014): Treffen in New York geplant

Putin und Obama (bei Apec-Gipfel 2014): Treffen in New York geplant

Foto: GREG BAKER/ AFP

Kreml-Chef Wladimir Putin und US-Präsident Barack Obama wollen sich trotz ihrer angespannten Beziehungen am Montag in New York treffen.

Das Gespräch sei am Rande der Uno-Vollversammlung geplant, sagte Putins Sprecher Dmitrij Peskow nach Angaben der Agentur Interfax. Ein US-Regierungsvertreter sagte in Washington, Obama habe dem von Putin vorgeschlagenen Treffen zugestimmt. "Es wäre unverantwortlich, nicht zu versuchen, über ein Engagement auf höchster Ebene Fortschritte zu erzielen", sagte er.

Das Gespräch der Präsidenten in New York ist laut Putins Sprecher Dimitrij Peskow auf eine Stunde angesetzt. "Das vorrangige Thema ist natürlich Syrien", sagte der Vertraute des Kreml-Chefs. Zum Vorgehen in der Syrienkrise streiten sich Moskau und Washington: Die USA werfen Russland vor, seine Militärpräsenz in Syrien verstärkt zu haben. Moskau ist einer der letzten Verbündeten des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad, dessen Land sich seit viereinhalb Jahren im Bürgerkrieg befindet und in Teilen von verschiedenen islamistischen Milizen kontrolliert wird.

Die USA warnen, dass ein direktes Eingreifen der russischen Streitkräfte in den Konflikt an der Seite Assads noch mehr Extremisten anziehen, Assad als Machthaber festigen und den Weg hin zu einer Lösung des Konflikts versperren könnte. Russland bemüht sich derweil um eine erweiterte Koalition im Kampf gegen den IS. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich in der Nacht zum Donnerstag in Brüssel erstmals für direkte Gespräche mit Assad aus.

Auch die Ukrainekrise könnte bei dem Treffen zwischen Putin und Obama Thema sein - laut Kreml aber nur am Rande - "wie dann eben noch Zeit" bleibe. Aus dem Weißen Haus hieß es hingegen, Obama werde auf eine komplette Umsetzung des Minsker Friedensplans für die Ukraine dringen. Dies werde die wichtigste Botschaft des Zweiertreffens in New York sein.

Putin und Obama hatten sich zuletzt im November 2014 in Peking getroffen, am Rande des Gipfels des Asiatisch-Pazifischen Forums Apec.

anr/dpa/AFP
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