Syrien Russland kündigt weitere Feuerpause für Aleppo an

Die Luftangriffe auf Aleppo haben Russland und Syrien bereits eingestellt, nun sollen auch die Gefechte am Boden stoppen - für zehn Stunden. In der Feuerpause sollen Rebellen die Stadt verlassen.

Bewohner flüchten aus Aleppo
AFP

Bewohner flüchten aus Aleppo


In Aleppo sollen an diesem Freitag die Waffen ruhen. Das russische Militär verkündete eine zehnstündige Feuerpause für die umkämpfte syrische Stadt. Die "humanitäre Pause" solle von 9 bis 19 Uhr gelten, sagte Generalstabschef Walerij Gerassimow

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Bis dahin wollen Russland und Syrien weiter die Luftangriffe auf Aleppo aussetzen. Nach eigenen Angaben fliegen Russland und Syrien seit dem 18. Oktober keine Luftangriffe mehr auf die Stadt.

Gerassimow rief Kämpfer der Opposition auf, den abgeriegelten Ostteil der Stadt über zwei Korridore zu verlassen. "Soldaten und Waffen der Regierung werden von diesen abgezogen", sicherte er zu. Um Zivilisten und Verwundete aus der Stadt zu bringen, seien weitere sechs Korridore offen.

Bereits vor zwei Wochen hatte die Uno während einer Feuerpause in Aleppo Verletzte und Kranke aus dem eingeschlossenen Ostteil der Stadt holen wollen. Allerdings scheiterte der Plan, weil die Sicherheit der Helfer nicht garantiert werden konnte. Die Uno schätzen, dass im Ostteil der Stadt bis zu 300.000 Menschen festsitzen.

Aleppo ist die am heftigsten umkämpfte Stadt im syrischen Bürgerkrieg. Zuletzt hatten die Rebellen eine Offensive auf Aleppo gestartet, um den Belagerungsring zu durchbrechen. Die Uno wirft sowohl den Rebellen als auch den syrischen Truppen vor, in Aleppo Kriegsverbrechen begangen zu haben.

Bislang sind alle Versuche der USA und Russland, sich auf eine gemeinsame Strategie für Aleppo zu einigen, gescheitert. Russland wirft den USA vor, islamistische Gruppen zu unterstützen, die gegen Präsident Baschar al-Assad kämpfen. Die USA wiederum werfen Russland und den Assad-Truppen vor, Aleppo auch während der Waffenruhe angegriffen zu haben sowie immer wieder zivile Ziele ins Visier zu nehmen.

Präsident Assad selbst warf den USA vor, die Terrormiliz "Islamischer Staat" und andere Extremisten zu unterstützen. Zudem kündigte er an, bis mindestens 2021 an der Macht bleiben zu wollen. In diesem Jahr endet seine dritte Amtszeit. Politische Änderungen werde es vor einem Sieg der Regierungstruppen nicht geben, sagte Assad laut "New York Times" in einem Gespräch mit westlichen Journalisten.

SPIEGEL ONLINE

brk/Reuters/dpa

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