Syrien Dutzende Tote bei Luftangriffen auf IS-Hochburg Rakka

Die syrische Armee hat die Stadt Rakka bombardiert. Bei den bislang schwersten Luftangriffen auf die Hochburg des "Islamischen Staats" wurden mehr als 60 Menschen getötet.

Trümmer in Rakka: Syriens Luftwaffe nimmt die Großstadt unter Beschuss
AFP

Trümmer in Rakka: Syriens Luftwaffe nimmt die Großstadt unter Beschuss


Rakka - Die Luftwaffe des syrischen Regimes hat die bislang schwersten Bombenangriffe auf die Großstadt Rakka geflogen. Dabei wurden offenbar Dutzende Menschen getötet. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtet unter Berufung auf Einwohner von mindestens 63 Toten, andere Quellen in der Stadt sprechen gar von 115 toten Zivilisten und hundert Verletzten.

Rakka war im März 2013 die erste syrische Großstadt, über die das Assad-Regime die Kontrolle verlor. Seit mehr als einem Jahr wird die Stadt am Euphrat von der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) beherrscht. Lange ließ die syrische Regierungsarmee die Dschihadisten gewähren, erst seit einigen Monaten fliegt sie vereinzelte Angriffe gegen den IS.

Die Luftangriffe am Dienstag sollen sich nach Augenzeugenberichten unter anderem gegen ein Lagerhaus, ein Industriegebiet und eine Moschee gerichtet haben, deren Minarett bei dem Bombardement zerstört wurde. Außerdem seien der Museumsplatz und die Post im Stadtzentrum angegriffen worden. Zahlreiche Wohnhäuser und Geschäfte seien zerstört oder schwer beschädigt worden. Die Krankenhäuser sind nach Angaben von Einwohnern mit der Versorgung der Verletzten überfordert.

Auch die US-geführte Allianz gegen den IS hat in den vergangenen Wochen mehrfach Ziele in Rakka und Umgebung angegriffen. Ein Vertreter des US-Militärs sagte aber, dass es in dem betreffenden Zeitraum keine Luftschläge der Koalition gegeben habe. Auch IS-Vertreter machten Assads Armee für die Angriffe verantwortlich. Das Regime in Damaskus hat sich bislang nicht geäußert.

syd/Reuters

insgesamt 24 Beiträge
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camilli79 26.11.2014
1. Kurzmeldung genuegt
60 Tote sind eigentlich in jenen Krtiegsgebieten kaum der Rede wert. Sie werden den IS wenig beeindrucken. Da muesste mehr geschehen, um die IS Moerder zu erschrecken oder sogar zur Strecke zu bringen.. Bei Hussein und Ghedafi haben die USA noch gekonnt, aber hier haelt jemand den Atem an.
sitiwati 26.11.2014
2. Zerstörung
wohin man schaut, Bomben, Tote, Flüchtlinge, Not und Elend und warum ???
tinosaurus 26.11.2014
3. IS-Hauptstadt
hat einen symbolischen Wert.Isis ist ja noch an vielen Orten aktiv, aber wenn die Hauptstadt weiter bombardiert und in Schutt und Asche gelegt wird, dann könnte es auch auf die Anhänger Eindruck machen.
AbuHaifa 26.11.2014
4. Keine Alternative
Erst wird die syrische Armee kritisiert, weil sie zu wenig gegen den IS macht. Greift sie die Terrormiliz an, dann muss sie sich zwischen den Zeilen dafür rechtfertigen, dass es Opfer gibt. Für mich sind das jedenfalls gute Nachrichten. Es wird Zeit, dass den Terroristen die Grenzen aufgezeigt werden. Das wird viel Blut kosten, weil die syrische Armee nicht über die zielgenauen Waffen verfügt wie der Westen. Aber leider gibt es keine Alternative. Freiwillig werden die Islamisten nicht abziehen.
Big_Jim 26.11.2014
5. Dem IS und seinen Anhängern muss klar gemacht werden,
dass sie diesen Krieg gegen die Freiheit nicht gewinnen können und werden. Und den Anhängern wird das bewusst werden, wenn ihre "Hauptstadt" das Ziel der Angriffe ist.
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