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Gefechte in Syrien Uno zieht Hunderte Blauhelme vom Golan ab

Sie sollen den Frieden sichern und flüchten vor dem Krieg: Mehrere hundert Blauhelme haben sich von den Golanhöhen nach Israel zurückgezogen. Wegen der Kämpfe in Syrien ist die Lage für die Uno-Truppen zu gefährlich geworden.
Uno-Konvoi auf dem Golan: "Wir mussten die Gegend verlassen"

Uno-Konvoi auf dem Golan: "Wir mussten die Gegend verlassen"

Foto: Atef Safadi/ dpa
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New York/Hamburg - Hunderte Uno-Blauhelmsoldaten sind vor Gefechten in Syrien geflüchtet. Uno-Sprecher Farhan Haq hat bestätigt, dass sich die Truppen der Undof-Mission von vielen Positionen auf den Golanhöhen zurückgezogen haben.

"Die Situation hat sich in weiten Teilen des Gebiets verschlechtert, deshalb mussten wie die Gegend verlassen", sagte Haq. Nach Angaben von Augenzeugen handelt es sich dabei um das Lager Faour, das auf der syrischen Seite liegt, sowie um mehrere Posten, die im Norden des Niemandslandes zwischen Syrien und Israel liegen.

Ein Uno-Konvoi verließ am Montag die Pufferzone zwischen beiden Ländern und überquerte die Grenze nach Israel. Auf der syrischen Seite hatten sich Regierungstruppen und Kämpfer der mit al-Qaida verbündeten Nusra-Front heftige Gefechte geliefert.

Inzwischen haben die Dschihadisten fast die gesamte syrische Provinz Kuneitra eingenommen, die an die Golanhöhen grenzt. In den vergangenen Wochen hatte die Nusra-Front mehrfach Uno-Soldaten verschleppt. Zwei Wochen lang hatten die militanten Islamisten 45 Blauhelme in ihrer Gewalt. Sie kamen in der vergangenen Woche frei.

Foto: DER SPIEGEL

Seit 1974 kontrolliert die Undof-Mission eine Pufferzone auf den Golanhöhen zwischen Syrien und Israel, die sicherstellen soll, dass der Waffenstillstand zwischen beiden Ländern eingehalten wird. 1200 Soldaten sind in dem Gebiet stationiert - zurzeit kommen sie aus Fidschi, Nepal, Irland, Indien und von den Philippinen.

syd/AFP/AP