Syrien-Krieg Waffenruhe wird auf Aleppo ausgeweitet

In Aleppo toben die heftigsten Kämpfe seit Langem, nun haben die USA und Russland nach Angaben aus Washington eine Feuerpause für die Region vereinbart.

Aleppo nach einem Luftangriff
REUTERS

Aleppo nach einem Luftangriff


Im syrischen Bürgerkrieg wird die Waffenruhe nach Angaben der USA auf das umkämpfte Aleppo ausgeweitet. Das Außenministerium erklärte in Washington, es gebe eine entsprechende Vereinbarung mit Russland.

"Wir setzen darauf, dass Russland als Co-Vorsitzender der internationalen Syrien-Unterstützergruppe, seinen Einfluss auf das Assad-Regime geltend macht. Die USA werden das ihre tun", heißt es in einem Statement des US-Außenministeriums. Die russische Führung äußerte sich vorerst nicht zu der Einigung.

Von russischer Seite hieß es, der Schritt könnte der "Prolog zu einer vollwertigen Feuerpause" sein. "Aber wenn jemand wie die Al-Nusra-Front bewusst den Frieden nicht will, wird er alle Seiten ständig provozieren und beschießen", sagte Generalmajor Igor Konaschenkow.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, der sich zuvor mit seinem französischen Kollege Jean-Marc Ayrault um eine Wiederbelebung der Friedensgespräche bemüht und nachdrücklich eine Waffenruhe in Aleppo gefordert hatte, begrüßte die Einigung. Nunmehr seien alle Konfliktparteien aufgefordert, die Waffenruhe voll einzuhalten und den Menschen in Aleppo "nach Wochen der Angst und Verzweiflung eine Atempause von Krieg und Gewalt zu verschaffen". Zudem sei die Einhaltung der Feuerpause "eine wichtige Grundlage" dafür, dass die Genfer Verhandlungen zwischen Regime und Opposition so schnell wie möglich wiederaufgenommen werden können.

Über den Zeitpunkt des Inkrafttretens des Feuerpause gehen die Angaben jedoch auseinander. Während nach Angaben des US-Außenministeriums die Feuerpause bereits seit Mitternacht in der Nacht auf Mittwoch (Ortszeit) gilt, berichteten russische Medien, die 48-stündige Feuerpause gelte bis 24.00 Uhr am Freitag. Auch die syrische Armee sprach vom Beginn der 48-stündigen Waffenruhe in der Nacht auf Donnerstag (Ortszeit), wie die Agentur Sana meldete.

Aleppo ist der am meisten umkämpfte Schauplatz in dem Bürgerkrieg. Trotz einer eigentlich seit Ende Februar geltenden Waffenruhe war die Gewalt bereits zuvor eskaliert. Laut Menschenrechtsbeobachtern starben in den vergangenen Tagen rund 280 Zivilisten in der Stadt.

asc/dpa/Reuters



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