Syrien Letzte Rebellen verlassen Homs

Homs war einst die Hochburg der syrischen Rebellen. Nun verlassen die verbliebenen Aufständischen und ihre Familien unter der Aufsicht russischer Soldaten die Stadt.

Der Abzug wird von russischen Soldaten überwacht
AFP

Der Abzug wird von russischen Soldaten überwacht


Hunderte syrische Rebellen haben am Samstag damit begonnen, ihre letzte Hochburg in der Stadt Homs zu räumen. Wie mit der Regierung vereinbart, verließen am Morgen die ersten beiden Busse mit Kämpfern und ihren Familienangehörigen den Stadtteil Al-Waer in Richtung Norden. Das berichten staatliche Medien und Augenzeugen.

Im Laufe des Tages sollen nach Angaben des Gouverneurs der Stadt insgesamt 400 bis 500 Rebellen mit ihren Familien Homs verlassen. Syrische Regierungs- und Oppositionsvertreter hatten sich darauf geeinigt, dass sie unter russischem Geleit in andere Rebellengebiete im Norden Syriens umziehen.

Schon im Dezember 2015 hatten Rebellen und Regierung eine Vereinbarung getroffen, um Regierungsgegnern und deren Familien den Abzug aus der Stadt in sichere Gebiete zu ermöglichen. In den vergangenen Monaten war der Abzug zum Stillstand gekommen, nun soll die dritte und letzte Phase beginnen. In den nächsten sechs bis acht Wochen sollen 10.000 bis 15.000 Menschen Al-Waer verlassen. Es ist der letzte Stadtteil von Homs, der noch unter Kontrolle der Aufständischen stand.

"Die russischen Kräfte werden koordinierend tätig sein und die Route sichern", hatte der Provinzgouverneur von Homs, Talal Barasi, am Montag angekündigt. Laut der oppositionellen Nationalen Koalition sollen 60 bis hundert russische Soldaten in Waer stationiert werden, um die Einhaltung des Abkommens und die Sicherheit der Abziehenden zu gewährleisten.

Homs ist die drittgrößte Stadt Syriens und gilt als eines der Zentren des Aufstands gegen Assad. Vor sechs Jahren versammelten sich Zehntausende auf dem "Freiheitsplatz", um im Stil des arabischen Frühlings für die Absetzung des als korrupt bekannten Gouverneurs der Provinz zu demonstrieren. Sicherheitskräfte eröffneten das Feuer, weit über 60 Menschen sollen damals getötet worden sein.

Immer wieder wurde der Ort von den Soldaten der syrischen Regierung bombardiert, große Teile der Stadt sind zerstört.

vet/AP/Reuters



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