Syrien Dutzende Tote bei Luftangriff auf Klinik in Aleppo

Ärzte und Patienten, darunter auch Kinder, sollen bei Bombardements auf ein Krankenhaus in Aleppo getötet worden sein. Laut Helfern werden noch Vermisste in den Trümmern gesucht.


Trotz Waffenruhe sind bei Luftangriffen auf ein Krankenhaus im nordsyrischen Aleppo offenbar mehrere Menschen getötet worden. Etwa 60 Menschen seien bei dem Bombardement des von Rebellen gehaltenen Gebietes in der umkämpften Großstadt verletzt worden, berichteten örtliche Helfer am Donnerstag.

Laut Ärzte ohne Grenzen starben bei Attacken in der von der Organisation unterstützten Klinik mindestens drei Ärzte und 14 Patienten. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von mindestens 27 Toten. Unter ihnen seien drei Kinder sowie einer der letzten Kinderärzte in dem Bezirk. Aktivisten sprechen von mindestens 38 getöteten Zivilisten.

Das Bombardement traf den Rettungshelfern zufolge auch umliegende Gebäude, in dem medizinisches Personal untergebracht war. Es würden noch Menschen unter den Trümmern vermisst. Zunächst war unklar, wer für die Angriffe verantwortlich war. In den vergangenen Monaten wurden der syrischen Regierung sowie Russland wiederholt gezielte Angriffe auf Kliniken vorgeworfen.

Die seit Ende Februar geltende Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland Syrien ist zuletzt immer brüchiger geworden. Die Feuerpause sei "in großer Gefahr und kann jederzeit kollabieren", warnte der Uno-Sonderbeauftragte für Syrien, Staffan de Mistura, am Mittwoch. Die Regimegegner machen für den Anstieg der Gewalt die Regierung verantwortlich. Aus Protest reisten die Vertreter der Opposition Ende vergangener Woche von den Friedensgesprächen in Genf ab.

Den Menschenrechtsbeobachtern zufolge sind seit vergangenem Freitag insgesamt 139 Zivilisten bei Angriffen von Regimekräften und Rebellen in Aleppo umgekommen. Human Rights Watch (HRW) schätzte die Zahl am Mittwoch auf 89 Zivilisten.

Mehr über die Hintergründe der Waffenruhe - und warum das Scheitern droht - lesen Sie in der folgenden Analyse:

kev/AP/dpa/Reuters

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