Syrien Luftangriff der US-Koalition tötet mindestens 43 Zivilisten

Bei einem Luftangriff der US-geführten Militärkoalition im Osten Syriens sind Menschenrechtlern zufolge mindestens 43 Menschen getötet worden. Unter den Opfern sind demnach überwiegend Zivilisten.
Luftangriff auf den IS 2017

Luftangriff auf den IS 2017

Foto: STRINGER/ AFP

Bei Luftangriffen der internationalen Koalition auf ein Versteck der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) sind im Osten Syriens laut Aktivisten Dutzende Zivilisten getötet worden. 43 Angehörige von IS-Kämpfern seien bei Angriffen auf das Dorf Abu Husn in der Provinz Deir Essor gestorben, darunter 17 Kinder und 12 Frauen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Identität von sieben weiteren Leichen sei noch ungeklärt.

Es handle sich um die höchsten Opferzahlen bei Luftangriffen seit Beginn der Offensive kurdischer Streitkräfte gegen die letzten vom IS gehaltenen Gebiete in Deir Essor, erklärte die Beobachtungsstelle.

Die Organisation bezieht ihre Informationen von Aktivisten vor Ort. Für Medien sind sie kaum zu überprüfen, in der Vergangenheit haben sich die Angaben aber als verlässlich erwiesen. Erst am Dienstag waren bei Luftangriffen auf die Ortschaft al-Schaafa 32 Familienangehörige von IS-Kämpfern getötet worden.

Die Bombardements hätten im Morgengrauen stattgefunden und Häuser in dem Dorf Hadschin an der Grenze zum Irak getroffen. Dort kämpfen kurdische Truppen momentan mit US-Luftunterstützung, um die Dschihadisten aus dem Gebiet zu vertreiben. Es ist das letzte Rückzugsgebiet des IS in Syrien.

Im September hatten die von kurdischen Soldaten dominierten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) mit Unterstützung der US-geführten Koalition eine Offensive auf die verbliebenen IS-Hochburgen in Deir Essor begonnen. Ein Sprecher der Koalition sagte der Nachrichtenagentur AFP in dieser Woche, bei den Angriffen werde der Vermeidung ziviler Opfer "höchste Priorität" eingeräumt.

Auch bei Angriffen zwischen Freitagabend und Samstagnachmittag in der Gegend sei man nach ersten Einschätzungen zu dem Schluss gekommen, dass sich keine Zivilisten in der Nähe der Ziele befunden hätten, teilte das US-Militär mit. Die Anti-IS-Koalition habe zu dem Zeitpunkt 19 Angriffe gegen Stellungen des IS ausgeführt. In der Gegend habe es aber zehn weitere Angriffe gegeben, die nicht von der Koalition ausgeführt und auch nicht mit ihr koordiniert worden seien.

mal/AFP/dpa