Luftangriffe in Syrien Mehr als 235.000 Menschen auf der Flucht

Syrische und russische Flugzeuge verstärken ihr Bombardement in den Rebellengebieten in der Provinz Idlib. Jetzt schlagen die Vereinten Nationen Alarm: Hunderttausende Menschen benötigten Hilfe.
Mit Lastwagen transportieren die Menschen ihr Hab und Gut aus dem syrischen Idlib

Mit Lastwagen transportieren die Menschen ihr Hab und Gut aus dem syrischen Idlib

Foto: Mahmoud Hassano/REUTERS

Durch die heftigen Luftangriffe im Nordwesten Syriens sind nach Angaben der Uno mehr als 235.000 Menschen auf der Flucht. Viele Vertriebene benötigten aufgrund des Winters dringend humanitäre Hilfe und Unterkünfte, teilte das Uno-Nothilfebüro Ocha auf Twitter mit. Wegen der Angriffe hätten viele Hilfsorganisationen ihre Arbeit in Teilen der Provinz Idlib einstellen müssen.

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Die Menschen seien vor allem südlich der Stadt Idlib vertrieben worden, hieß es in einem Uno-Bericht. Demnach fliehen sie überwiegend Richtung Norden und in Richtung der türkischen Grenze. Moscheen, Garagen, Hochzeitshallen und Schulen würden als Behelfsunterkünfte genutzt.

Seit Anfang Dezember haben Syrien und Russland ihre Luftangriffe auf die Rebellengebiete in Idlib deutlich verstärkt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte angesichts der schweren Angriffe vor einer neuen Migrationswelle in Richtung Europa gewarnt.

Mehr als 500 Kinder verletzt oder getötet

Die Militäroperation gegen Rebellen in der Provinz war bereits im April gestartet worden. Schon in den ersten Monaten nach Beginn der Offensiven mussten schätzungsweise 400.000 Menschen ihre Heimat verlassen. Die heftigeren Angriffe seit Anfang des Monats verschärfen die Lage noch einmal.

Das Uno-Kinderhilfswerk Unicef zeigte sich angesichts der Eskalation in Syrien alarmiert: Die Gewalt treffe vor allem Kinder mit "voller Wucht". Mehr als 500 Kinder seien in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres verletzt oder getötet worden. In Flüchtlingslagern nahe der syrisch-türkischen Grenze seien viele Familien immer noch ohne Schutz und würden trotz des kalten Wetters im Freien schlafen.

jki/dpa
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