Vereinte Nationen Ban Ki Moon will 300 Beobachter nach Syrien schicken

Die Gewalt in Syrien hält trotz offizieller Waffenruhe an. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hat nun Details für die Beobachtermission vorgelegt: 300 Mitarbeiter sollen drei Monate lang vor Ort sein. Dem Regime in Damaskus machte der Uno-Chef neue Vorwürfe.

Uno-Generalsekretär Ban (im Februar): Dreimonatige Mission gefordert
AFP

Uno-Generalsekretär Ban (im Februar): Dreimonatige Mission gefordert


New York - Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hat eine dreimonatige Beobachtermission mit 300 Mitarbeitern für Syrien gefordert. Dies würde "in hohem Maße zur Beobachtung der Lage vor Ort und zur Aufrechterhaltung des Engagements aller Parteien für ein Ende der bewaffneten Gewalt in jeglicher Form beitragen", erklärte Ban in einem Schreiben an den Uno-Sicherheitsrat. Obwohl die Regierung den Friedensplan nicht umsetze, gebe es noch immer die "Chance auf Fortschritt".

Es sei jedoch entscheidend, dass Syriens Präsident Baschar al-Assad sein Versprechen zum Rückzug der Armee aus den Städten und ein Ende des Einsatzes schwerer Waffen in den Städten umsetze, erklärte Ban. Er schrieb, Syrien habe den Uno-Friedensplan nicht vollständig eingehalten und müsse nun ein "klares Signal" senden, dass es bereit sein, die mehr als ein Jahr anhaltende Gewalt zu beenden.

Ban zeigte sich in seinem Bericht "äußerst besorgt über den Ernst der Lage in dem Land". Die Lage in Syrien sei ernst, doch er glaube an die Chance auf Fortschritt. Die Gewalt habe am ersten Tag der Waffenruhe am 12. April deutlich abgenommen, in den vergangenen Tagen aber wieder zugenommen.

Der UN-Sicherheitsrat befasst sich am Donnerstag mit dem Bericht. Diplomaten zufolge könnte eine Resolution für die 300 Mitglieder starke Beobachtermission bereits in der kommenden Woche beschlossen werden.

Obwohl die Waffenruhe vor einer Woche in Kraft trat, gehen Sicherheitskräfte von Syriens Präsident Assad weiter mit brutaler Gewalt gegen das eigene Volk vor. Nach Angaben von Aktivisten nahmen die Angriffe auf Regierungsgegner in den vergangenen Tagen weiter zu. Allein am Mittwoch sollen demnach wieder mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen seien.

Angesichts des fortwährenden Blutvergießens wollen sich am heutigen Donnerstag in Paris Mitglieder der sogenannten Kontaktgruppe der Freunde Syriens treffen. Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle wird daran teilnehmen.

fab/AFP/dpa/Reuters

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Streifenkarl 19.04.2012
1.
Zitat von sysopAFPDie Gewalt in Syrien hält trotz offizieller Waffenruhe an. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hat nun Details für die Beobachtermission vorgelegt: 300 Mitarbeiter sollen drei Monate lang vor Ort sein. Dem Regime in Damaskus machte der Uno-Chef neue Vorwürfe. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,828426,00.html
300 sinnlos beschäftigte Uno-ABMler. Wann wird diese komplett nutzlose Organisation endlich geschlossen?
janne2109 19.04.2012
2. .........
irgendwie scheint die UN sich überlebt zu haben, zumindest auf einigen Gebieten. Immer wieder werden Leute irgendwo hingeschickt, kostet ein Schweinegeld, bringt unnötig diese Leute in Gefahr und bringt nix.
derknecht 19.04.2012
3. Na wieder typischer einseitiger Spiegel-Bericht
Ich frag mich was die einzelnen Journalisten so tun. Wenn ich hier auf SPON über Syrien lese, dann sind es immer die Regierungsanhänger welche die Waffen nicht ruhen lassen und unschuldigen angreifen. Schaut man mal bei rian.ru vorbei (Bewaffnete Gruppen in Syrien werden immer aktiver - Quellen | Politik | RIA Novosti (http://de.rian.ru/politics/20120419/263392323.html)) dann sieht die Sache wieder anders aus. Denn da brechen die Aufständischen die Waffenruhe und greifen Soldaten an. Aber laut Spiegel und der UNO dürfen die sich ja nicht wehren, da es ja Aufständische für ein freies Land sind!?!? Wie wird denn in der westlichen Welt damit umgegangen oder in Bahrain? Wenn da Aufständische nicht geknüppelt werden, schickt unsere Regierung noch neue Waffen und Ausbilder. Aber das sind ja laut Spiegel unterschiedliche Sachen. Ich weiß das viele Lese es nicht merken, dass sich die Journalisten und Medien sich über diese lustig machen. Ich hoffe nur dass sie irgendwann den gerechten Lohn ernten werden.....
freiheitsk 19.04.2012
4.
Gestern beobachteten westliche Reporter, wie die Rebellen Assads Truppen in der Grenzstadt Kusair aus einem Hinterhalt angriffen, also selbst die Waffenruhe brachen: Syrian rebels, army trade blows at Qusayr in cease-fire breach - World Wires - MiamiHerald.com (http://www.miamiherald.com/2012/04/18/2755860/syrian-rebels-army-trade-blows.html)
Onkel_Karl 19.04.2012
5. hoffnung
Man muss befürchten,dass es wieder tote unter den Beobachtern geben wird...denn jetzt muss man es der Welt zeigen,wie brutal das Regime ist. AL Beobachter wurden verscheucht,ob es bei der UN gelingt darf man bezweifeln..
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