Krieg in Syrien Nusra-Front entführt von den USA ausgebildeten Rebellenführer

Die USA bilden syrische Aufständische aus, die in ihrer Heimat gegen den IS kämpfen sollen. Doch zwei Wochen nachdem die ersten Kämpfer nach Syrien zurückgekehrt sind, hat die mit al-Qaida verbündete Nusra-Front den Kommandeur der Rebelleneinheit verschleppt.


Die Pläne der USA, im Norden Syriens eine vom Pentagon ausgebildete Rebelleneinheit aufzustellen, haben einen weiteren Rückschlag erlitten. Die mit al-Qaida verbündete Nusra-Front hat den Kommandeur der sogenannten Einheit 30 und sieben weitere Kämpfer in ihre Gewalt gebracht. Das teilten die Einheit selbst und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte unter Berufung auf Augenzeugen mit.

Die Kämpfer seien in der Nähe der türkischen Grenze an einer Straßensperre gestoppt und entführt worden. Kommandeur Nadim Hassan und seine Männer waren Teil einer 54 Kämpfer starken Truppe, die vor rund zwei Wochen nach Syrien zurückgekehrt ist, nachdem sie von der US-Armee in der Türkei ausgebildet wurden. Sie sollen mit 30 Allradantrieb-Fahrzeugen, Waffen und Munition aus US-Fabrikation ausgestattet worden sein. Auf ihrer Facebook-Seite rief die Einheit 30 die "Brüder" von der Nusra-Front auf, ihre Männer sofort wieder freizulassen.

Die Entführung zeigt, dass die von den Vereinigten Staaten und der Türkei geplante Sicherheitszone im Norden Syriens schwer umzusetzen sein wird. Denn die Einheit 30 soll eigentlich zu den Rebellengruppen gehören, die das Gebiet am Boden kontrollieren sollen.

Das im Mai gestartete US-Ausbildungsprogramm für gemäßigte syrische Rebellen hat sich bislang als Fehlschlag erwiesen. Kommandeur Hassan hatte der "New York Times" kurz vor seiner Entführung geklagt, nur 125 Freiwillige seien für den ersten Trainingskurs zugelassen worden. Von denen habe die Hälfte das Programm abgebrochen oder sei vom US-Militär herausgeworfen worden. US-Beamte bestätigten, dass bislang erst 60 Kämpfer den Lehrgang erfolgreich abgeschlossen haben.

syd/AFP/AP

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