Syrien Opposition befürchtet Massaker in Homs

Die brutale Gewalt nimmt in Syrien kein Ende: Die Opposition befürchtet nun ein Blutbad in der Protesthochburg Homs. Die Armee habe die Provinz abgeriegelt. Es gebe keinen Strom, Wasser, Benzin und auch Medikamente fehlten.

Proteste gegen das Assad-Regime (Archivbild) in Homs: Die Provinz soll umstellt sein
REUTERS

Proteste gegen das Assad-Regime (Archivbild) in Homs: Die Provinz soll umstellt sein


Damaskus - Das Regime von Präsident Baschar al-Assad verschärft offenbar sein Vorgehen gegen die Opposition weiter: Ein Aktivist sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass Regierungstruppen die zentralsyrische Provinz Homs praktisch abgeriegelt hätten. An den Zufahrtstraßen hätten Soldaten inzwischen mehr als 75 Kontrollstellen eingerichtet. Tausende Soldaten mit schwerem militärischem Gerät rund um die Stadt seien zusammengezogen worden. Es gebe keinen Strom, kein Wasser, kein Benzin, auch fehle es an Medikamenten.

Der oppositionelle syrische Nationalrat sprach von Vorbereitungen für ein Massaker. "Alle Informationen, darunter Videos und Berichte von Aktivisten vor Ort" wiesen auf einen solchen Plan hin. Die Regierung wolle so endgültig den Widerstand gegen das Assad-Regime brechen, sagte der in London ansässige Vertreter des Gremiums, Bassam Dscharaa.

Wegen der Medienblockade sind Berichte aus Syrien nur schwer von unabhängiger Seite zu überprüfen. Die Provinz Homs wird schon seit vielen Wochen von den Regierungstruppen belagert. Sie gilt als eine der Hochburgen des Protests gegen Assad.

Aktivisten berichten von 41 Toten

Die panarabische Zeitung "Al-Hayat" berichtete am Samstag von Bemühungen der Arabischen Liga, Assad zum Rücktritt und zum Gang ins Exil zu überreden. Die Vereinigten Arabischen Emirate seien bereit, ihn und seine Familie aufzunehmen, schreibt das Blatt unter Berufung auf informierte Kreise. Auch osteuropäische Staaten seien hierfür im Gespräch. Ferner solle dem Präsidenten Straffreiheit gewährt werden, hieß es weiter.

Nach Angaben von Aktivisten wurden allein am Freitag bei Protesten gegen die Regierung mindestens 41 Zivilisten von Sicherheitskräften getötet. Wie die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, befanden sich auch Frauen und mehrere Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 14 Jahren unter den Todesopfern.

Uno-Sicherheitsrat will sich erneut mit Syrien befassen

Seit Beginn der Proteste gegen das Assad-Regime sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen mehr als 4000 Menschen ums Leben gekommen. Syrien weist dies zurück, die Zahlen seien übertrieben.

Am Montag will sich der Uno-Sicherheitsrat erneut mit dem Konflikt befassen. Die Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, werde den Rat über die Lage in Syrien unterrichten, sagte der russische Uno-Botschafter Witali Tschurkin. Pillay hatte bereits wiederholt von Syrien gefordert, Uno-Ermittler in das Land zu lassen.

heb/dpa/AFP/Reuters

insgesamt 4 Beiträge
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meisterraro 10.12.2011
1. Assad muss gehen
je früher umso besser. Er wird sich nicht mehr halten können nach allem, was vorgefallen ist. Das muss er einsehen und abdanken. Besser heute als morgen.
syracusa 10.12.2011
2.
Zitat von meisterraroje früher umso besser. Er wird sich nicht mehr halten können nach allem, was vorgefallen ist. Das muss er einsehen und abdanken. Besser heute als morgen.
Das Problem ist, dass Assad nur ein (vermutlich noch nicht mal sehr wesentlicher) Teil des verbrecherischen Regimes Syriens ist. Wenn Assad ins Exil geht, wird das an den Verbrechen des Regimes nichts ändern, nur der Name des Kopfs der Verbrecherbanden.
zompel 10.12.2011
3. Warum wird
Zitat von sysopDie brutale Gewalt nimmt in Syrien kein Ende: Die Opposition befürchtet nun ein Blutbad in der Protesthochburg Homs. Die Armee habe die Provinz abgeriegelt. Es gebe keinen Strom, Wasser, Benzin und*auch Medikamente fehlten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,802948,00.html
kaum berichtet das es bei unseren Demokratischen Freunden in Arabien nicht viel besser aussieht ? Immerhin beziehen die ja sogar Waffen von uns. Arabische Revolutionen: Saudi-Arabien begehrt auf | Politik | ZEIT ONLINE (http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-10/saudi-arabien-abdullah)
hugahuga 12.12.2011
4. 4000
Zitat von sysopDie brutale Gewalt nimmt in Syrien kein Ende: Die Opposition befürchtet nun ein Blutbad in der Protesthochburg Homs. Die Armee habe die Provinz abgeriegelt. Es gebe keinen Strom, Wasser, Benzin und*auch Medikamente fehlten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,802948,00.html
4000 Tote sind eine Tragödie. Allerdings ist die Zahl unbewiesen und die Art, wie diese Zahl von Zeit zu Zeit 1000er Sprünge nach oben machtt, mag stimmen oder auch nicht. Sind in der Zahl auch die - von der bewaffneten Opposition, von bewaffneten Aktivisten oder Unterstützern oder wie man diese bezeichnen soll- getöteten Regierungs Angehörigen (Soldaten) enthalten? Wir wurden in letzter Zeit mit zunehmender Geschwindigkeit über eine zunehmende Zahl von Orten, über Tatsachen, den wahren Verlauf von Tatsachen, getäuscht. Getäuscht von subversiven ausländischen Kräften, die ein großes Interesse daran haben, den Nahen und Mittleren Osten in ihrem Sinne zu destabilisieren, um dann daraus Nutzen zu ziehen. Diese Kräfte scheuen nicht vor Mord, Anstiftung zu Aufruhr und bewaffnetem Eingreifen durch hilfswillige Söldner und dergl. zurück. Unsere einseitig ausgerichtete Medienlandschaft ist zur objektiven Beurteilung nicht geeignet. Skepsis ist angesagt und - soweit möglich - sind eigene Recherchen von Vorteil.
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