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22. Juli 2019, 14:18 Uhr

Brief an syrischen Machthaber

Papst Franziskus appelliert an Assad

In Syrien tobt der Kampf um das letzte Rebellengebiet in der Provinz Idlib. Per Brief hat Papst Franziskus sich an Diktator Assad gewandt - und ihn gebeten, die "humanitäre Katastrophe zu stoppen".

Der Bürgerkrieg in Syrien hat bereits Hunderttausende Tote gefordert, Millionen Syrer sind auf der Flucht. Nun könnte die Offensive von Machthaber Baschar al-Assad in der Provinz Idlib die Situation erneut verschärfen. Per Brief hat sich Papst Franziskus an Assad gewandt - und seine tiefe Sorge über die Lage in dem Bürgerkriegsland zum Ausdruck gebracht.

Der Pontifex habe vor allem an die "dramatischen Bedingungen" für die Zivilbevölkerung in Idlib erinnert, teilte der Vatikan mit. "Was dort geschieht, ist wirklich unmenschlich und inakzeptabel. Der Papst bittet den Präsidenten, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um diese humanitäre Katastrophe zu stoppen", sagte Kardinal-Staatssekretär Pietro Parolin. Den Brief überreichte Kurienkardinal Peter Turkson bei einem Besuch in Damaskus.

Bei Luftangriffen auf Syriens letztes großes Rebellengebiet im Nordwesten des Landes kamen nach Angaben von Aktivisten zuletzt mindestens 20 Zivilisten ums Leben. Die Bomben hätten einen Markt in der Stadt Maarat al-Numan getroffen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Sie machte russische Jets für die Angriffe verantwortlich. Mehr als 50 Menschen seien verletzt worden, viele weitere seien unter Trümmern begraben.

Moskau ist im syrischen Bürgerkrieg ein Verbündeter der Regierung. Russische und syrische Flugzeuge fliegen immer wieder Angriffe auf das Rebellengebiet rund um die Stadt Idlib. Erst am Sonntag waren bei Bombardierungen nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter mindestens elf Zivilisten getötet worden.

asc/dpa

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