Kampf gegen IS Pentagon räumt Tod zweier Kinder durch US-Luftschläge ein

Bei den Luftangriffen gegen den "Islamischen Staat" in Syrien sind im November zwei Kinder getötet worden. Das ergab eine Untersuchung des Pentagon. Weitere Angriffe und Todesfälle von Zivilisten werden nun untersucht.

Luftangriff in Syrien: Zum ersten Mal spricht das Pentagon vom Tod von Zivilisten
REUTERS

Luftangriff in Syrien: Zum ersten Mal spricht das Pentagon vom Tod von Zivilisten


Bei US-Luftangriffen auf Stellungen von Dschihadisten in Syrien USA sind im vergangenen November zwei Kinder getötet worden. Das gaben die US-Streitkräfte am Donnerstag nach einer Untersuchung bekannt. Es war das erste Mal, dass das US-Militär einräumte, für den Tod von Zivilisten in dem Krieg in Syrien verantwortlich zu sein.

"Wir bedauern den nicht beabsichtigten Verlust von Leben", sagte Generalleutnant James Terry, der die Luftangriffe einer US-geführten Koalition gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien und im Irak leitet.

Es soll sich um den Luftschlag in der Nacht vom 4. auf 5. November 2014 handeln, der sich in der Nähe der Stadt Harim gegen die Khorasan-Gruppe richtete, die Verbindungen zu al-Qaida hat. Auch zwei Erwachsene, die in der Nähe des Ziels wohnten, sollen verwundet worden sein. Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass es vor dem Luftangriff keine Anzeichen dafür gegeben habe, dass sich dort Kinder aufhielten.

Derzeit sollen zwei weitere Untersuchungen zu Luftangriffe im Irak und eine zu einem Angriff in Syrien laufen. Es wird vermutet, dass weit mehr Zivilisten als bisher bekannt bei den Angriffen gestorben sind, welche die USA mit Verbündeten seit August in der Region fliegen.

mia/AP/Reuters/AFP



insgesamt 25 Beiträge
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stefan.martens.75 22.05.2015
1. Dieser Tod ist den USA nicht anzulasten
Er ist die notwendige Konsequenz aus dem Kampf gegen diese Irren die sich auch noch bei Familien und Kindern verstecken und sie bewusst als Schutz und politisches Instrument benutzen........ Was den USA allerdings anzukreiden ist: Sie haben den IS erschaffen in dieser Region. Der IS ist direkte Folge der US-Politik insbesondere durch den Einmarsch im Irak...... Der IS muss bekämpft werden (meine Meinung) Aber das kann nur erfolgreich sein wenn wir (Westen) aus den Fehlern der Vergangenheit lernen....... Ansonsten wird es immer einen IS geben der in die Trümmer der US-Politik hineinstößt und von Bomben und Terror des US-Militärs bzw. der Interessenpolitik genährt wird..... Auch wenn der nächste IS dann SI heißt oder wie auch immer.....
tailspin 22.05.2015
2. More luck in the next life
Ich bin nahezu sicher: Die verstaendnisvollen Eltern der getoeteten Kinder werden sich sagen, das ist halt ein hinzunehmender Kollateralschaden durch die demokratisch legitimierten Bomben der USA. Was haben die Kinder auch dort zu spielen, wo die USA Bomben hinschmeissen. Selbst schuld. Immerhin haben die USA Bedauern geauessert, und damit sind wir zufrieden.
joG 22.05.2015
3. Es ist immer so....
....dass Menschen im Krieg sterben. Sich darüber aufzuregen ist nicht sehr ehrlich. Wenn man die IS bekämpfen will, werden noch sehr viele Kinder sterben. Sollen die Amerikaner ihre Aktivitäten einstellen? Übernehmen wir? Zeigen wir ihnen, wie es geht?
Kimmerier 22.05.2015
4. Grenzen chirurgischer Kregsführung
Wer glaubte - durchaus von den Behauptungen der US-Steitkräfte bestärkt-, dass es eine "chirurgische" Kriegsführungen geben kann, bei der es zudem - anders als in der Medizin - zu keinen "Kunstfehlern" kommt, der muss sich wieder einmal eines besseren belehren lassen. Im Krieg müssen Entscheidungen zumeist sehr schnell und oft auch auf unzureichender Datenbasis getroffen werden - eine "zweite Chance" bekommt man meist nicht. Gerade in den letzten Tagen, da von neuen Erfolgen des IS berichtet wird, lese ich oft die Frage, wo denn da die Amerikaner seien und warum sie nicht eingreifen würden. Und bei aller oft berechtigter Kritik an den US-Streitkräften dürfte sich auch mit den unvermeidlichen "Collateral-Schäden" begründen lassen, warum diese nicht immer und überall in Syrien und im Irak gegen den Islamischen Staat aus der Luft vorgehen. Nachrichten wie die im Artikel hier würde man dann noch viel öfter lesen.
jannblank 22.05.2015
5.
ob Pentagon oder IS, ob Russen oder Ukraine. Egal wo und egal welcher Krieg oder Konflikt auf der Welt. Was interessiert die Verantwortlichen da ein einzelnes Leben, auch nicht das eines Kindes. Wenn die sagen, dass es Ihnen leid tut, finde ich das einfach nur unglaublich zynisch.Das gleiche gilt uebrigends auch fuer die vorgespielte Empörung oder Trauer, wenn wieder hunderte Menschen, darunter natürlich auch viele Kinder im Mittelmeer verrecken. Sorry, ich habe bewusst das Wort verrecken genommen, denn nichts anderes ist es doch leider
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