Krieg in Syrien Anti-IS-Kämpfer überwinden Stadtmauer von Rakka

Die IS-Terrormiliz gerät in ihrer letzten syrischen Hochburg unter Druck: Vom Westen unterstützte Rebellen rückten laut US-Angaben in Teile des historischen Zentrums von Rakka vor.

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Die historische Stadtmauer haben die Rebellen offenbar teilweise überwunden: Von den USA unterstützte syrische Kämpfer sind in die Altstadt von Rakka vorgedrungen. Wie das US-Zentralkommando mitteilte, schlugen Bodeneinheiten der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) eine Bresche in die Mauer der Altstadt der nordsyrischen Stadt. Es habe starken Widerstand von Kämpfern der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gegeben.

Der IS nutze die historische Stadtmauer zur Verteidigung und habe bereits bestehende Durchgänge vermint, erklärte das US-Militär. Mit Hilfe der neu geschlagenen Zugänge könnten die Soldaten der Koalition die IS-Kämpfer umgehen. Die offenen Stellen seien jeweils rund 25 Meter breit, hieß es in der Stellungnahme der Koalition. Das helfe dabei, den Rest der insgesamt zweieinhalb Kilometer langen historischen Stadtmauer zu erhalten.

Neben dem fast komplett eroberten Mossul im Irak gilt Rakka am Fluss Euphrat als wichtigste Stadt unter der Kontrolle des IS.

Vor drei Jahren hatte die Terrormiliz Rakka eingenommen und zur Hauptstadt ihres "Kalifats" erklärt. Im November 2016 begann dann der von den USA unterstützte Kampf zur Befreiung der Stadt. Das Bündnis wird von den kurdischen Volksschutzeinheiten YPG geführt, ihm gehören aber auch arabische Kämpfer an.

Zu Hochzeiten der IS-Herrschaft lebten in Rakka rund 300.000 Menschen, darunter 80.000 Vertriebene aus anderen Regionen Syriens. In den vergangenen Monaten verließen Tausende Zivilisten die Stadt, laut Uno-Angaben sollen sich dort derzeit noch rund 160.000 Menschen aufhalten.

mho/dpa/Reuters

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