Syrienkrieg Rebellen frieren Gespräche über Friedensverhandlungen ein

Droht die Feuerpause in Syrien zu scheitern? Rebellen werfen dem Regime Verstöße gegen die Waffenruhe vor. Deshalb steigen die Aufständischen vorerst aus den Vorbereitungen für Friedensgespräche aus.

Zivilisten in Aleppo
DPA/ SANA

Zivilisten in Aleppo


Mehrere wichtige syrische Rebellengruppen haben die Vorbereitung der geplanten Friedensverhandlungen eingefroren. Damit protestieren sie gegen Verstöße gegen die Waffenruhe, die sie den Regierungstruppen vorwerfen. In der Erklärung rufen zwölf Gruppen der moderaten Freien Syrischen Armee (FSA) Russland und die Türkei außerdem dazu auf, die syrische Regierung von weiteren Verletzungen der Vereinbarung abzuhalten. Andernfalls werde die Feuerpause aufgekündigt.

Die von Russland und der Türkei vermittelte Waffenruhe war am Freitag in Kraft getreten. Sie gilt jedoch nicht für die Terrormiliz "Islamischer Stadt" (IS) und die al-Qaida-nahe Miliz Fatah-al-Scham-Front (früher: Al-Nusra-Front). Letztere kämpft in mehreren Gebieten an der Seite moderaterer Rebellen.

Türkisch-russische Pläne sehen vor, dass sich Vertreter des Regimes von Präsident Baschar al-Assad und der Opposition Mitte Januar in der kasachischen Hauptstadt Astana zu neuen Friedensgesprächen treffen. Diese sollen ein wichtiger Schritt vor den ab dem 8. Februar in Genf geplanten Verhandlungen unter Uno-Vermittlung sein. Die Türkei unterstützt in Syrien sunnitische Rebellen, Russland dagegen die Assad-Regierung.

Nach Angaben von Aktivisten hatte die Waffenruhe in den vergangenen Tagen größtenteils gehalten. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die in London sitzt, meldete jedoch Brüche der Feuerpause in vereinzelten Gebieten.

In ihrer Erklärung werfen die Rebellengruppen der Armee und ihren Verbündeten Verstöße gegen die Waffenruhe insbesondere in der Region Wadi Barada nordwestlich der Hauptstadt Damaskus vor. Dort war es in den vergangenen Tagen immer wieder zu heftigen Kämpfen gekommen. Regimegegner hatten im Dezember in Wadi Barada die Kontrolle über Wasserquellen übernommen, durch die mehrere Millionen Bewohner in Damaskus mit Frischwasser versorgt werden.

Unter den Rebellengruppen sind nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle auch Kämpfer der radikalen Fatah-al-Scham-Front. Die oppositionellen Milizen in Wadi Barada erklärten hingegen, unter ihnen seien keine Extremisten, weder vom IS noch von Fatah-al-Scham.

max/dpa/AFP



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