Syrien Rebellen starten Offensive auf Aleppo

Hunderttausende Menschen sind in Aleppo eingeschlossen. In einer Offensive wollen die Rebellen den Belagerungsring um den Ostteil der Stadt durchbrechen. Sie sprechen von der "Epischen Schlacht".

Rebellen in der Nähe von Aleppo (Archiv)
REUTERS

Rebellen in der Nähe von Aleppo (Archiv)


Mehrere syrische Rebellengruppen haben eine gemeinsame Offensive auf Aleppo gestartet. Mit den Angriffen von außen soll der Belagerungsring um den Ostteil der Stadt durchbrochen werden, kündigte ein Sprecher der Rebellengruppe Fastakim an. Das Rebellenbündnis "Eroberungsarmee" oder Dschaisch al-Fatah nennt die Offensive "Epische Schlacht um Aleppo".

Wie ein Sprecher der islamistischen Ahrar-al-Scham-Miliz bekannt gab, sind alle Gruppen der islamistischen "Eroberungsarmee" an der Offensive beteiligt. Dem Bündnis gehören auch die Dschihadisten der Fateh-al-Scham-Front an, der früheren al-Nusra-Front, einer syrischen Abspaltung des Terrornetzwerks al-Qaida.

Mehr als 150 Granaten seien zu Beginn der Attacke am Freitagmorgen auf den Westen der Stadt abgefeuert worden, berichtete die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Dabei seien bislang 15 Zivilisten getötet und mehr als 100 verletzt worden. Auch staatliche Medien meldeten Tote.

Russischer General Rudskoi, Karte von Aleppo
AP

Russischer General Rudskoi, Karte von Aleppo

Zuvor hatten die Rebellen bereits den Luftwaffenstützpunkt Nairab der syrischen Streitkräfte und den internationalen Flughafen von Aleppo mit Raketen beschossen, die beide östlich der Stadt liegen und von den Regierungstruppen kontrolliert werden. Von der Provinz Idlib aus seien zudem Raketen auf die Küstenprovinz Latakia abgefeuert worden, eine Hochburg von Präsident Baschar al-Assad, berichtete die Beobachtungsstelle. Dabei seien mindestens ein Mensch getötet und sechs weitere verletzt worden.

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Aleppo gehört zu den am stärksten umkämpften Gebieten im syrischen Bürgerkrieg. Seit vier Jahren kontrollieren Anhänger des Regimes den Westen der Stadt, Rebellen den Osten. Die Vereinten Nationen schätzen, dass dort bis zu 300.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten sind.

Die syrische Regierung selbst hält ihrerseits weiterhin an Plänen zur Rückeroberung Aleppos fest. Nach einem Treffen mit Amtskollegen aus Russland und Iran kündigte der syrische Außenminister an, Syrien werde "Aleppo von Terroristen befreien und die Einheit der Stadt wiederherstellen", so Walid al-Muallem.

Eine Neuauflage der gescheiterten Feuerpause sei grundsätzlich möglich, sagt der Außenminister. Dafür müssten die Staaten, die die Regierungsgegner unterstützen, aber sicherstellen, dass Zivilisten diesmal den eingekreisten Ostteil der Stadt verlassen dürften. Die Uno hatte die Feuerpause in der vergangenen Woche eigentlich dazu nutzen wollen, Kranke und Verletzte aus Ost-Aleppo zu holen. Angesichts der Sicherheitslage scheiterte der Evakuierungsplan jedoch. Die Uno machte Rebellen und Regierung dafür verantwortlich.

brk/cht/dpa/AFP

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