Gefängnis-Stürmung Syrische Rebellen befreien 300 Inhaftierte

Erfolg für die Rebellen in Syrien: Bei der Stürmung eines Gefängnisses kamen rund 300 Insassen frei. Iran warnt den Westen derweil vor einem Angriff auf das Regime von Machthaber Assad.


Beirut - Syrische Rebellen haben im Nordwesten des Landes ein Gefängnis gestürmt und rund 300 Insassen befreit. Zuvor habe es in dem Zentralgefängnis in der Stadt Idlib und in seiner Umgebung heftige Kämpfe gegeben, berichteten Aktivisten am Samstag.

Regimetreue Fernsehsender meldeten, die Gefechte in der Umgebung der Haftanstalt dauerten an. Die Armee habe Verstärkung geschickt, alle Kommunikationskanäle mit dem Gefängnis seien gekappt worden. Wegen der Medienblockade sind Informationen aus Syrien von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.

Assads Truppen weiten Offensive aus

Unterdessen berichteten Aktivisten, in der Hauptstadt Damaskus sei eine Autobombe explodiert. Angaben zu möglichen Opfern lagen nicht vor. Nach Angaben der Opposition haben syrische Regierungstruppen derweil ihre Offensive gegen Rebellen in der Provinz Homs ausgeweitet. In den vergangenen Tagen sei Verstärkung dorthin verlegt worden, Ziel sei es, von Aufständischen kontrollierte Gebiete zurückzuerobern, hieß es.

In ganz Syrien kamen Aktivisten zufolge am Freitag bei Auseinandersetzungen mindestens 140 Menschen ums Leben. Seit Beginn der Proteste gegen Präsident Baschar al-Assad im März 2011 sind in dem Land Schätzungen zufolge mehr als 60.000 Menschen getötet worden, Millionen sind auf der Flucht.

Allein in diesem Monat suchten nach Angaben des Uno-Flüchtlingswerks (UNHCR) mehr als 30.000 Syrer im Flüchtlingslager Saatari in Jordanien Schutz. Es handele sich meist um Familien und ältere Menschen aus dem Süden Syriens, sagte UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming. In Saatari befänden sich nun rund 65.000 Menschen; die Uno-Organisation arbeite zusammen mit der jordanischen Regierung an der Eröffnung eines weiteren großen Flüchtlingslagers.

In dem Bürgerkrieg ist eine Art Patt-Situation eingekehrt. Auch wenn die Aufständischen militärische Erfolge vorweisen können, gilt die Macht Assads nicht als gefährdet. Der Führer der Assad nahestehenden libanesischen Hisbollah, Scheich Hassan Nasrallah, sagte am Freitag in einer Ansprache, diejenigen, die von "dramatischen Veränderungen" in Syrien träumten, sollten ihre Fantasie ruhen lassen - "insbesondere diejenigen, die von einem Fall von Damaskus träumen", erklärte er.

Teheran: Jeglicher Angriff auf Syrien käme Angriff auf Iran gleich

Auch Iran stellte klar, dass jede Form des Angriffs auf das verbündete Land Syrien einem Angriff auf Iran gleichkäme. "Syrien hat eine sehr grundlegende Rolle in der Region in der Politik des Widerstandes. Deshalb würde ein Angriff auf Syrien wie ein Angriff auf den Iran oder seine Verbündete betrachtet", teilte Ali Akbar Welajati, ein Vertrauter des geistlichen Oberhauptes des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, am Samstag der Nachrichtenagentur Mehr zufolge mit.

Die Regierung in Teheran betrachtet Syrien als Teil einer Widerstandsfront gegen Israel und den westlichen Einfluss auf den Nahen Osten. Im September war von iranischer Seite verlautet worden, Iran werde handeln, sollten die USA Syrien angreifen.

yes/dpa/Reuters/dapd



insgesamt 110 Beiträge
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Hape1 26.01.2013
1. ...
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEErfolg für die Rebellen in Syrien: Bei der Stürmung eines Gefängnisses kamen rund 300 Insassen frei. Iran warnt den Westen derweil vor einem Angriff auf das Regime von Machthaber Assad. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-rebellen-stuermen-gefaengnis-300-insassen-frei-a-879813.html
Wer sind diese 300 Inhaftierten? Gewöhnliche Kriminelle oder politisch Gefangene?
eldiabolo 26.01.2013
2. Opferzahlen
In Letzter Zeit frage ich mich wer nun immer unter den Opfern ist. Komischerweise werden hier keine Zahlen mehr von Zivilen Opfern, "Rebellenopfern" und Soldatenopfern genannt. Da muss ich mir schon meine Gedanken machen ob es wirklich sooooo gut für den "Aufstand" läuft wie man uns weiß machen will. Denn wenn ich mir SANA ansehe, ja, ist vielleicht die Regierungszeitung, na und? Dort werden jeden Tag Namen von Bewaffneten gepostet die von der Armee ausgeschaltet wurden. Sind dass nun alles "rebellen" oder nicht?
Gesinnungspreusse 26.01.2013
3. 300 Isamisten befreit und Medienunterstützung bröckelt
Ich entnehme diesem Artikel, dass 300 Gefangene befreit wurden. Die sonst immer wieder zitierte "Beobachtungsstelle" taucht diesmal nicht auf. Welch geistes Kind die Befreiten sind, sieht man daran dass dabei keine Stories über Friedensaktivisten oder Menschenrechtler geschrieben werden. Für harmlose Zivilisten würde man bei der Opposition auch nicht so viel Aufwand betreiben, also müssen es islamistische Waffenbrüder sein. Weiterhin fällt auf, dass von einem baldigen Ende Assads keine Rede mehr ist, und sogar von einem Patt gesprochen wird. Letztendlich haben die islamistischen Vormärsche in Mali, Algerien, Libyen und Ägypten auch Einfluss auf die Medienerstattung in Syrien. Es wird immer schwerer dem Volk zu vermitteln, warum man die gleichen Leute, die man in Mali und Algerien bekämpft, in Syrien unterstützt.
caecilia_metella 26.01.2013
4. Wenn Familien zu Tausenden fliehen
... und alle seit Jahrtausenden am Frieden interessiert sind, dann ergibt sich zunächst die Frage, ob da nicht doch irgendwo ein Fehler vorliegt.
AbuHaifa 26.01.2013
5.
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEErfolg für die Rebellen in Syrien: Bei der Stürmung eines Gefängnisses kamen rund 300 Insassen frei. Iran warnt den Westen derweil vor einem Angriff auf das Regime von Machthaber Assad. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-rebellen-stuermen-gefaengnis-300-insassen-frei-a-879813.html
Ist es das erste Mal, dass wir in SPON lesen, es gäbe ein Patt in Syrien? Hieß es nicht neulich noch allerorten Assad sei kurz vor dem Fall, er schicke mit einer Frauen-Brigade sein letztes Aufgebot? Die Rebellen werden auf längere Sicht die syrische Armee nicht besiegen, wenn es ihnen überhaupt jemals gelingt. Jeder Tag, an dem die Aufständischen den aussichtlosen Kampf weiterführen, ist ein verlorener Tag für Syrien und seine Bevölkerung. Der bewaffnete Aufstand gegen Assad ist der falsche Weg. Nun muss endlich die zivile Opposition in Syrien zu Wort kommen. Die Gewerkschafter, die Intellektuellen, die kritischen Geistlichen, die syrische Linke - einfach alle, die mit der Regierung und Assad über Reformen reden wollen. Der bewaffnete Aufstand ist gescheitert. Aber leider werden die Rebellen weiter kämpfen um jedes Haus, um jede Straße, um jede Kreuzung, bis von Syriens Städten nichts mehr übrig ist.
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