Syrien-Krieg Waffenruhe soll Rebellen Abzug aus Homs ermöglichen

Syriens Staatschef Baschar al-Assad kann einen militärischen Erfolg feiern: Seine Truppen stehen kurz davor, die Kontrolle über die Altstadt von Homs zurückzugewinnen. Den eingeschlossenen Rebellen hat das Regime freies Geleit zugesichert.

Ruinen in Homs (Mai 2013): Seit zwei Jahren waren die Kämpfer eingeschlossen
AP

Ruinen in Homs (Mai 2013): Seit zwei Jahren waren die Kämpfer eingeschlossen


Damaskus/Berlin - Für 48 Stunden sollen die Waffen in der syrischen Stadt Homs schweigen. Regierung und Rebellen haben sich auf eine Waffenruhe geeinigt, die den Aufständischen freies Geleit ermöglichen soll.

Die Vereinbarung sieht vor, dass die Kämpfer bis zum Sonntagmittag aus der Altstadt von Homs abziehen sollen. Manche von ihnen haben dort seit fast zwei Jahren ausgeharrt - weitgehend abgeschnitten von der Außenwelt.

Der Rückzug der Rebellen ist ein symbolischer militärischer Erfolg für Diktator Baschar al-Assad, der sich in gut einem Monat in einer Präsidentenwahl mitten im Bürgerkrieg im Amt bestätigen lassen will. Homs war vor drei Jahren eine der ersten Städte, in denen die Menschen gegen das Regime aufbegehrten. Die Regierungsarmee hat gemeinsam mit Milizionären der libanesischen Hisbollah und schiitischen Kämpfern aus dem Irak ihre Stellung in Zentralsyrien festigen können.

Kämpfer sollen nach Norden abziehen

Bereits Anfang Februar konnten während einer kurzfristigen Feuerpause mehrere hundert Zivilisten aus den Ruinen der Altstadt von Homs evakuiert werden. Zudem gelangten damals Medikamente und Nahrungsmittel in den belagerten Stadtteil.

Einige hundert Aufständische harrten trotzdem bis zuletzt in den Trümmern aus, bevor sie sich nun wegen ihrer militärischen Unterlegenheit zum Rückzug entschlossen. Sie hatten vergeblich auf Hilfe von Rebellenverbänden aus dem Umland gehofft und sollen nun in den nördlichen Teil der Provinz Homs abziehen.

Der TV-Sender der Hisbollah, al-Manar, berichtete, dass die Kämpfe mit Inkrafttreten der Waffenruhe am Mittag tatsächlich beendet worden seien. Bislang habe es jedoch noch keinen Hinweis darauf gegeben, dass der Abzug der Aufständischen begonnen habe.

syd/dpa/AP/Reuters

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