Syrien Regierungsarmee bestätigt Abriegelung von Aleppo

Aleppo ist noch immer heftig umkämpft: Nun hat die syrische Armee offenbar alle Verbindungsrouten zu den von Rebellen besetzten Teilen gekappt. Die humanitäre Lage verschärft sich weiter.

Rauch über Aleppo
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Rauch über Aleppo


Die syrische Regierungsarmee hat nach eigenen Angaben alle Versorgungsrouten in den östlichen Teil von Aleppo abgeriegelt. Dieser Bereich der Stadt befindet sich laut der staatlichen Nachrichtenagentur Sana in den Händen der Rebellen. Alle bewaffneten Menschen dort könnten ihre Waffen niederlegen und sicher die Stadt verlassen - oder bleiben, hieß es.

Aleppo wurde während des seit fünf Jahren andauernden Bürgerkriegs geteilt. Die von Rebellen besetzten Stadtteile zurückzuerobern, würde einen großen Erfolg für das Regime von Präsident Baschar al-Assad bedeuten. Seit Beginn des syrischen Bürgerkrieges im März 2011 wurden mehr als 280.000 Menschen getötet, Millionen weitere ergriffen die Flucht.

Währenddessen hat sich die Lage für Hunderttausende Zivilisten zugespitzt: Nach Angaben von Aktivisten sind in Aleppo und der Dschihadisten-Hochburg Manbidsch im Norden des Landes mehr als 400.000 Menschen von humanitärer Hilfe abgeschnitten. Das berichtete ein Zusammenschluss von 24 Hilfsorganisationen, darunter Care, Oxfam, Save the Childern, die Welthungerhilfe und World Vision.

"Vorräte gehen rapide zur Neige"

"Die Vorräte gehen rapide zur Neige, Frauen, Kinder und Männer werden hungern, wenn die Konfliktparteien nicht gezwungen werden, den Weg für humanitäre Hilfe freizugeben", sagte Sonya Khush von Save the Children. Die derzeitigen Entwicklungen seien "beschämend".

Manbidsch ist eine Hochburg der Miliz "Islamischer Staat" (IS). Eine arabisch-kurdische Rebellenallianz führt derzeit eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt durch. Nach Angaben der Hilfsorganisationen führten Frontverschiebungen dazu, dass tausende Zivilisten in Manbidsch keinen Zugang zu Hilfe haben und ihre Häuser verlassen mussten.

Die Hilfsorganisationen forderten die internationale Syrien-Kontaktgruppe auf, einen ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe in ganz Syrien zu ermöglichen. Insbesondere die USA und Russland stünden in der Verantwortung, die Umsetzung einer entsprechenden Uno-Resolution sicherzustellen.

vek/AFP/Reuters

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sam07 27.07.2016
1. Unmenschlich
Was in Syrien passiert, zeigt das zweite Gesicht des Menschen: Mord und Totschlag. Wofür oder für wen, weiß keiner so recht. Aber was ist eine "humanitäre Lage"? Die Gesamtsituation ist ein einziges Desaster, und dass es den Menschen - zumindest den Betroffenen - im Krieg schlecht geht, eine Binsenweisheit.
hansriedl 27.07.2016
2. Wer heute in dieser globalisierten Welt
für "sein Land" kämpft hat sie echt nicht mehr alle.. Gestörte Psyche bis ans Lebensende Die schönsten Jahre der Jugend in Angst und Schrecken verbringen Für irgwendwelche Machtgeilen Politiker andere (genau so verblendete) Menschen töten - XXX Jahre für den Wiederaufbau verschwenden und am Ende noch Angst haben wegen irgendwelchen Kriegsverbrechen angezeigt zu werden. Oder gar Opfer eines Wahnsinnigen zu werden, der glaubt, dafür von 72 Jungfrauen belohnt zu werden.
brosswag 27.07.2016
3. Der Kollateralschaden
Gibt es eine Alternative für diese eingekesselten Zivilisten? Dass Aleppo und viele andere Städte und Dörfer von den IS erobert und besetzt werden konnten ist die Schuld der Kriegsgewinnler. Nur, die werden von niemandem zur Rechenschaft gezogen und auch kaum angeprangert. Unter dem Namen Kollateralschäden wird das alles in einer Weise abgehakt, dass das halt zum Dasein gehört. Einzig Russland versucht diese Entwicklung zu bremsen und ruft dazu auf sie zu beenden. Aber noch ist keine vorbehaltlose Unterstützung zu erkennen, denn den USA geht es immer noch vorrangig oder hintergründig um den Sturz Assads.
Malshandir 27.07.2016
4. Korrektur
Wie schon neulichst berichtet worden ist, ueber feldkrankenhaeuser, die bombardiert worden sind. Das geht nciht, da ein Feldhospital nur von einer Armee betrieben werden kann, koennen diese sogenannten Rebellen keine Feldhospitaeler haben. Vor allem kaempfen sie nicht wie eine regulaere Armee im Felde sondern asymmetrisch. Hier wurde ja ein klares Angebot gemacht, wer die Waffen niederlegt, kann Aleppo verlassen. Oder koennen die Zivilisten nicht gehen, weil die Rebellen sie nicht gehen lassen. Eigentlich benutzen hier die Rebellen die Zivilisten als Schutzschilde. Anstatt sich in Privathaeusern zu verschanzen, sollten diese Rebellen Ihren Kampf abseits von Zivilisten fuehren.
recepcik 27.07.2016
5. Eine gute Nachricht
Jetzt kann man Erdogans " gemäßigten Rebellen" den Todesstoß verpassen. Es wäre eine große Niederlage für die islamistischen Mörderbanden .
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