Im Osten von Syrien Frauen und Kinder verlassen letzte IS-Bastion

Ein Lastwagen-Konvoi mit überwiegend Frauen und Kindern durfte die letzte Bastion der Terrormiliz IS im Osten Syriens verlassen. Dort steht möglicherweise die entscheidende Offensive zur Eroberung des Ortes bevor.

Frauen und Kinder auf einem Lastwagen in Baghus im Osten Syriens
DPA

Frauen und Kinder auf einem Lastwagen in Baghus im Osten Syriens


Rund 2000 Menschen sind erneut aus dem Ort Baghus im Osten Syriens gebracht worden. Es handele sich überwiegend um Frauen und Kinder, sagte Adnan Afrin, Kommandeur der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF). Der Ort an der Grenze zum Irak gilt als letzter Rückzugsort der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS).

Möglicherweise kommt es dort bald zur entscheidenden Offensive. Die SDF-Kämpfer belagern seit Wochen die Ortschaft im Euphrat-Tal.

Reporter der Nachrichtenagentur AFP sahen, wie ein Konvoi aus mehr als 40 Lastwagen das Dorf verließ. In den Fahrzeugen waren vermummte Männer, Frauen in schwarzen Nikabs und Kinder zu sehen.

Zuletzt hatten die SDF-Kämpfer am Mittwoch rund 3000 Menschen in Lastwagen aus Baghus geholt, darunter Kämpfer, aber auch Frauen und Kinder. Der SDF-Sprecher Mustefa Bali sagte, eine Überprüfung habe gezeigt, dass die meisten Ausländer gewesen seien. Es habe sich vor allem um Iraker und Bürger früherer Sowjetrepubliken gehandelt, doch seien auch Europäer darunter gewesen, sagte der Sprecher. David Eubank von der Freiwilligengruppe Free Burma Rangers sagte, es seien "viele Französinnen" sowie Deutsche und Österreicher darunter. Die Frauen und Kinder seien sehr hungrig.

Der SDF-Sprecher Adnan Afrin sagte, sobald die letzten Zivilisten die Ortschaft am Euphrat verlassen hätten, würden sie schauen, was die verbleibenden IS-Kämpfer wollten. "Sobald die Evakuierung der Zivilisten endet, werden sie wählen müssen: Krieg oder Kapitulation", sagte Adnan. Die IS-Kämpfer kontrollieren nur noch wenige durch Tunnel verbundene Häuser auf einer Fläche von einem halben Quadratkilometer direkt an der Grenze zum Irak.

In den vergangenen Monaten waren Tausende IS-Kämpfer und ihre Angehörigen gefangen genommen worden. Was mit ihnen passieren soll, wird derzeit in vielen Ländern kontrovers diskutiert.

als/dpa/AFP



insgesamt 8 Beiträge
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wilmadrews785 22.02.2019
1. Wir schaffen das !
Hat Merkel gesagt. Also nehmen wir die Islamisten zurück. Am besten noch ein paar Tausend Flüchtlinge aus den bis dato. vom IS kontrollierten Gebieten. Trump wird verhöhnt, weil er sich die IS-Leute vom Leibe hält. Die Europäer sind sich uneinig, ob sie seinem Ansinnen Folge leisten werden. Verrückte Welt !
three-horses 22.02.2019
2. Stillstand.
Etwas daneben. Nach dem die Jungs der Syrische Arme etwa 150 der Flüchtlinge in die Hände bekommen haben, verweigern sich die restlichen "ISIL Civilians" der Flucht und die Lastwagen kehrten leer zurück. Schon Gestern. Vom Assad, der Hölle auf Erden, haben die Panik. Das ist eine Reise ohne Wiederkehr. Das Abū Bakr al-Baġdādī Fake war auch nicht schlecht.
Haarfoen 22.02.2019
3. Gute Nachricht!
Der IS hat in Kürze kein territoriales Hoheitsgebiet mehr. Es ist davon auszugehen, dass die verbliebenen Kämpfer den Märtyrertod sterben, daran sollte man sie nicht hindern. Das Foto der Kinder auf dem Lastwagen erinnert an deutsche Kinder, die - indoktriniert durch die Nazis - verstört in die Kameras der Alliierten geschaut haben. Es ist wichtig, dass diese Kinder maximal gut betreut werden und so in eine humane Welt zurückfinden, so wie hunderttausende deutscher Kinder. Abgetauchte und in der Illegalität lebende IS- Kämpfer müssen aufgespürt und konsequent verfolgt werden. Mit den heute zur Verfügung stehenden Kommunikationsmitteln ist dies sicherlich leichter, als nach dem 2. Weltkrieg Kriegsverbrecher und SS- Schergen dingfest zu machen. Unter Feststellung der besonderen Schwere der Schuld müssen zwar unsere Haftanstalten für die Kämpfer mit deutscher Nationalität langfristig einen dicken Brocken schlucken, aber damit sind die Damen und Herren "gedeckelt".
Horst333 22.02.2019
4. Letzte IS-Bastion?
Und was ist mit Idlib? „SPIEGEL ONLINE: Aber gibt es denn in Syrien noch nennenswerte Rückzugsorte für IS-Leute? Al Fayad: Ja, die gibt es weiterhin. Die Stadt Idlib ist voll von IS-Kämpfern, die noch immer die ganze Region dort beherrschen. Sie sind außerdem in anderen syrischen Städten, in kleineren Orten, das ist nicht kontrollierbar. In Idlib sind jetzt alle ausländischen IS-Kämpfer, die noch übrig sind, all die, die aus Deutschland, Frankreich oder Großbritannien kamen.“ (SPON am 14.2.19)
three-horses 22.02.2019
5. Verrückt.
Zitat von wilmadrews785Hat Merkel gesagt. Also nehmen wir die Islamisten zurück. Am besten noch ein paar Tausend Flüchtlinge aus den bis dato. vom IS kontrollierten Gebieten. Trump wird verhöhnt, weil er sich die IS-Leute vom Leibe hält. Die Europäer sind sich uneinig, ob sie seinem Ansinnen Folge leisten werden. Verrückte Welt !
Selbstverständlich kann man gute Leute brauchen. Beseitigung Experten sind die alle. Auch buddeln können die, bis zu 2 Meter tief. Metzger von Beruf. Gerade alles was noch fehlt in Germany. Was die Frauen angeht, keine Ahnung. Für die syrische Jungs hier? Witwen sind sowieso einige. Dann werden auch die Kinder versorgt. Aber sonst weiß ich auch nicht mehr. Wie der Rest auch nicht. Auf der andere Seite gibt es Videos aus der Gegend...wie Kurden an die Ankommende Fladenbrot verteilen. Wie Raubtiere greifen die Frauen danach. Wie die erzählen, haben die seit Tagen nichts gegessen und auch nichts zu trinken gehabt. Man muss sich wundern dass es so viele Kinder überlebt haben. Die Kondition der Flüchtenden ist aber um einiges besser wie der Jesiden und anderen Gruppen aus den früheren Kämpfen. Die ISIL Frauen und Kinder sind gut ernährt. Bis auf die letzte paar Tage.
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