Syrien-Krieg Russischer Kampfjet verletzt israelischen Luftraum

Ein russischer Militärjet hat bei seinem Einsatz im Syrien-Krieg erneut den Luftraum eines Nachbarlandes verletzt. Israels Verteidigungsminister geht von einem Navigationsfehler aus.

Russischer Suchoi-Jet über Syrien: "Es wäre falsch, sie abzuschießen, wenn ein Irrtum passiert"
REUTERS/ Ministry of Defence of the Russian Federation

Russischer Suchoi-Jet über Syrien: "Es wäre falsch, sie abzuschießen, wenn ein Irrtum passiert"


Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon hat einen Zwischenfall im Luftraum über den Golanhöhen gemeldet. Dort sei vor Kurzem ein russischer Jet eingedrungen, der offenbar Angriffe auf Ziele in Syrien flog.

"Eine russische Maschine war eine Meile weit in unseren Luftraum eingedrungen, aber alles konnte sofort geregelt werden und das Flugzeug drehte Richtung Syrien ab", sagte Jaalon im staatlichen Radio. "Offenbar handelte es sich um einen Navigationsfehler des Piloten, der entlang der Golanhöhen flog."

Zwischen den Generalstäben in Moskau und Tel Aviv war Mitte Oktober ein "heißer Draht" installiert worden, um über Einsätze der russischen und der israelischen Luftwaffe über Syrien vorab zu informieren. So sollen versehentliche Konfrontationen vermieden werden.

"Weil die russischen Flugzeuge nicht die Absicht haben, uns anzugreifen, wäre es falsch, automatisch zu reagieren und sie abzuschießen, wenn ein Irrtum passiert", sagte Jaalon. Wann sich der Vorfall ereignete, sagte der Minister nicht. Israel hatte 1981 zwei Drittel der Golanhöhen annektiert, die es im Sechstagekrieg 1967 von Syrien erobert hatte. Der jüdische Staat beansprucht den Luftraum über dem Gebiet.

Am vergangenen Dienstag hatte die Türkei einen russischen Kampfbomber abgeschossen, der nach Darstellung Ankaras aus dem syrischen in den türkischen Luftraum geflogen und trotz mehrfacher Warnungen nicht umgekehrt war. Nach russischer Darstellung war das Flugzeug auf syrischer Seite geblieben. Der Vorfall hat seither zu großen Spannungen zwischen Russland und der Türkei geführt. Moskau verhängte als Reaktion scharfe Wirtschaftssanktionen.

syd/AFP/AP

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