Luftabwehrraketen in Syrien Russland fürchtet angeblich Attacken mit gekaperten Kampfjets

Der Kreml hat neben Flugzeugen auch Luftabwehrraketen nach Syrien gebracht. Das russische Militär sagt, man wolle sich so gegen mögliche Attacken durch gekaperte Kampfjets wappnen.

Russischer Militärjet in Syrien: "Angenommen, ein Kampfflugzeug wird entführt und gegen uns eingesetzt. Darauf müssen wir vorbereitet sein"
REUTERS/ Ministry of Defence of the Russian Federation

Russischer Militärjet in Syrien: "Angenommen, ein Kampfflugzeug wird entführt und gegen uns eingesetzt. Darauf müssen wir vorbereitet sein"


Mit Jägern, Bodenkampfflugzeugen und Helikoptern fliegt Russland in Syrien Angriffe. Nun wird bekannt, dass der Kreml auch Luftabwehrraketen nach Syrien gebracht hat. Angeblich sei dies aus Furcht vor Kaperungen von Jets geschehen.

"Angenommen, ein Kampfflugzeug wird auf dem Territorium eines Nachbarlands von Syrien entführt und gegen uns eingesetzt. Auch darauf müssen wir vorbereitet sein", sagte der Oberbefehlshaber der russischen Luftstreitkräfte, Viktor Bondarew, der Zeitung "Komsomolskaya Pravda".

Bei den Einsätzen in Syrien könne es viele Arten von unerwarteten Situationen geben, sagte Bondarew. Man sei alle Szenarien durchgegangen. Insgesamt seien derzeit "mehr als 50 Flugzeuge und Hubschrauber" in Syrien. Um welche Luftabwehrraketen es sich genau handelt, sagte der Kommandeur nicht.

Russland fliegt seit mehr als einem Monat in Syrien Angriffe. Offiziell richten sich die Attacken gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS). Immer wieder wurden jedoch auch Gegenden bombardiert, in denen sich die Terrormiliz gar nicht aufhält. Moskau unterstützt damit eine Bodenoffensive des Regimes von Baschar al-Assad.

Bereits im August 2014 hatte das US-geführte Anti-Terror-Bündnis Luftangriffe auf den IS begonnen. Im syrischen Bürgerkrieg starben seit 2011 mehr als 250.000 Menschen.

brk/AP/Reuters, Mitarbeit Pavel Lokshin

insgesamt 192 Beiträge
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auweia 05.11.2015
1. Taktisch korrekt - aber...
...ich glaube die Begründung ist vorgeschoben. Das Szenario "gekaperter Kampfjet oder Helikopter" ist ziemlich unwahrscheinlich. Man hat wohl eher Angst vor einem Anflug der Türken, Amerikaner, Australier, Briten oder Israelis.
HeisseLuft 05.11.2015
2. Das ist bestimmt der Grund
ganz klar. Kommt ja ständig zu Luftangriffen durch den IS und die Al-Nusra.
chrisof 05.11.2015
3. gekaperte Kampfflugzeuge
diese kluge russische Sicht auf potentielle Gefahren ist sicher begründet. Wenn man bedenkt, was allein die Kriegsparteien vom Golf (Vereinigte Emirate, Katar etc.) sowie das Königreich Saudi Arabien an Kampfflugzeugen in ihren Wüstengebieten geparkt haben...
egoneiermann 05.11.2015
4.
Nicht wirklich ernsthaft, oder? Für so eine Kaperung braucht man einen ausgebildeten Piloten, der genau mit dieser Maschine fliegen kann und auch noch Agriffe beherrscht. Außerdem wäre es ein Leichtes für die vorhandene Jäger den runter zu holen, es kommt ja immer auf die Flugpraxis an. Ich denke, es gehört einfach grundsätzlich zur russischen Taktik immer BUK dabei zu haben, was man ja in der Ostukraine gesehen hat. Und wie man es dort auch gesehen hat, ist das nicht wirklich immer die beste Idee.
florencegrosse 05.11.2015
5. alles blödsinn
man will sich gegen die USA absichern, falls sie auf dumme Gedanken kommen.
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