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17. Oktober 2017, 12:47 Uhr

Syrien

Kurdisch-arabische Miliz erobert Rakka vom IS

Rakka galt lange Zeit als inoffizielle Hauptstadt der Terrormiliz "Islamischer Staat". Jetzt haben kurdische und arabische Kämpfer die Dschihadisten aus der Stadt in Syrien vertrieben.

Die Besetzung der syrischen Stadt Rakka durch die Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) ist beendet. Lange Zeit galt die Stadt als IS-Hochburg, jetzt hat das kurdisch-arabische Militärbündnis "Syrische Demokratische Kräfte" (SDF), unterstützt von einer US-geführten Allianz, die Stadt erobert. Das bestätigte die Miliz.

Die SDF erklärten, sie hätten das zentrale Krankenhaus und das Stadion und damit die beiden letzten großen Bastionen des IS in Rakka eingenommen. Reuters-Mitarbeiter beobachteten, wie die Flagge der kurdischen YPG-Miliz im Stadion gehisst wurde. Die YPG stellt die stärkste Einheit innerhalb der SDF. Auf den Straßen feierten die Kämpfer ihren Sieg. Schüsse waren nur noch vereinzelt zu hören.

Mit Hilfe der US-geführten Koalition waren die SDF schon im Juni in Außenbezirke von Rakka vorgedrungen. Vor wenigen Tagen hatten sehr viele IS-Kämpfer die Stadt bereits verlassen. Die Eroberung Rakkas ist ein weiteres Zeichen für den Zerfall des IS in Syrien.

Der IS hatte Rakka 2014 erobert. Von dort aus hatte die Terrororganisation Anschläge im Ausland geplant und noch vor einigen Jahren im Anschluss an große Erfolge euphorische Paraden abgehalten. Zusammen mit Mossul im Irak bildete Rakka eine der zentralen Achsen in dem vom IS ausgerufenen Kalifat. Aus Mossul wurden die Islamisten bereits im Sommer vertrieben.

In Syrien wurde die Miliz weitgehend in ein Gebiet am Euphrat und in die umliegende Wüste zurückgedrängt.

aev/Reuters

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