Assads tödliches Arsenal Syrien soll erst vier Prozent seiner Chemiewaffen abgegeben haben

Die Beseitigung der syrischen Chemiewaffen geht offenbar viel langsamer vonstatten als versprochen. Laut Nachrichtenagentur Reuters hat das Assad-Regime erst vier Prozent seiner Bestände abgegeben.

Uno-Inspektor beim Einsatz in Syrien: Zögerlicher Abtransport
AP/ Syrian State Television

Uno-Inspektor beim Einsatz in Syrien: Zögerlicher Abtransport


Amsterdam/Genf - Das tödliche Arsenal von Syriens Diktator Baschar al-Assad ist möglicherweise zum allergrößten Teil immer noch unter der Kontrolle seines Regimes. Die Regierung in Damaskus habe erst rund vier Prozent der von ihr genannten Bestände außer Landes gebracht, sagten am Mittwoch mehrere Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, der Nachrichtenagentur Reuters.

"Das ist nicht genug, und es gibt keine Anzeichen, dass es mehr wird", wird ein namentlich nicht genannter Insider zitiert. Das Vorhaben sei sechs bis acht Wochen hinter den Planungen zurück. Ein hochrangiger Vertreter des US-Außenministeriums kündigte an, das Thema werde am Donnerstag bei einem Treffen der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) diskutiert.

Die syrische Regierung hatte auf internationalen Druck nach einem Chemiewaffenangriff im August nahe Damaskus der Vernichtung ihrer Giftgasbestände zugestimmt, um einem US-Militärschlag zu entgehen. Bis Juni soll das gesamte Arsenal von offiziell 1300 Tonnen zerstört werden. Es gibt aber erhebliche Verzögerungen, weil die Chemiewaffen inmitten der Kämpfe zunächst an die Küste und dann außer Landes gebracht werden müssen.

Genfer Friedensgespräche: Uno-Vermittler vorsichtig optimistisch

Bei der Syrien-Friedenskonferenz in Genf scheint es dagegen - wenn auch kleine - Fortschritte zu geben. "Das Eis bricht, langsam, aber es bricht", sagte der algerische Vermittler Lakhdar Brahimi am Ende des fünften Gesprächstages am Mittwoch. Er erwarte aber nicht, dass bei der ersten Gesprächsrunde etwas "Substantielles" herauskommen werde. Es sei aber bereits ein Fortschritt, dass Vertreter beider Seiten erstmals seit fast drei Jahren zusammensäßen.

Brahimi versicherte, er sei vom bisherigen Verlauf der Gespräche, die vermutlich bis Freitag gehen, "nicht enttäuscht". Gleichwohl hoffe er, dass die zweite Runde "strukturierter und produktiver" als die erste sein werde. Nach einer Pause von etwa einer Woche sollen die Verhandlungen in der Schweiz fortgeführt werden.

als/Reuters/AFP

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orthos 30.01.2014
1. Also:
1. ist Reuters ale US-Unternhemen in der Syrienfrage nicht als neutrale Quelle geeignet. 2. war es nicht der "internationale Druck" sondern lediglich der der USA.
ehFrank 30.01.2014
2. Was denn nun?
Zitat von sysopAP/ Syrian State TelevisionDie Beseitigung der syrischen Chemiewaffen geht offenbar viel langsamer vonstatten als versprochen. Laut Nachrichtenagentur Reuters hat das Assad-Regime erst vier Prozent seiner Bestände abgegeben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-soll-erst-vier-prozent-seiner-chemiewaffen-abgegeben-haben-a-946300.html
Internationaler Druck? Oder US-Drohung mit einem Militärschlag? Oder doch der Vorschlag Rußlands zur Vernichtung der syrischen C-Waffen? "Doch ganz aufgeben will Washington seine chemischen Kampfstoffe nicht. Die verbleibenden 10 Prozent bleiben bis 2021 in den Lagern von Pueplo (Bundesstaat Colorado) und Richmond (Kentucky). _Dabei sollten chemische Waffen nach der von 188 Staaten unterzeichneten Chemiewaffenkonvention bis 29. April 2012 vollständig zerstört worden sein._ Wie viele chemische Waffen die US-Armee noch vorhält, ist unklar. Da sich die verbleibenden 10 Prozent jedoch nicht nur auf die früheren Bestände in Utah, sondern die gesamten Vorräte beziehen, lassen sich mehrere Tausend Tonnen vermuten. Damit verfügt Washington über deutlich mehr Giftgast, als Syrien, dessen Bestände auf 1.000 Tonnen geschätzt werden." *>> Obamas Chemiewaffen – USA horten weiterhin Massenvernichtungswaffen* (http://www.berliner-umschau.de/news.php?id=18214&title=Obamas+Chemiewaffen+%96+USA+horten+weiterhin+jene+Massenvernichtungswaffen%2C+die+sie+Syrien+vorwerfen&storyid=1001378815455)
detlefvonseggern 30.01.2014
3. Im Verzug
Unabhängig wie ein jeder darüber denkt. Sind der immer noch amtierende Machtinhaber Assad, sowie seine Regierungsmitglieder gewiss auch nicht auf den Kopf gefallen. und wissen ihr chemisches Kampfmittelarsenal bestens zu verbergen. "Auch wenn sie bisher angeblich, alle Depots offengelegt haben". Diesbezüglich haben sie es bisher "geschickt" verstanden, die Teams der Chemiewaffenentsorgung (bisher) an der "Nase herum zu führen". Über kurz oder lang dürfte es aber bei dieser Verzögerungstaktik - seitens der syrischen Regierung zu Misstönen seitens des US - Imperialismus kommen, welcher dann seinerseits wieder, mit einer militärischen Intervention - drohen könnte.
Inselbewohner, 30.01.2014
4. Was soll das?
Zitat von sysopAP/ Syrian State TelevisionDie Beseitigung der syrischen Chemiewaffen geht offenbar viel langsamer vonstatten als versprochen. Laut Nachrichtenagentur Reuters hat das Assad-Regime erst vier Prozent seiner Bestände abgegeben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-soll-erst-vier-prozent-seiner-chemiewaffen-abgegeben-haben-a-946300.html
Allein die Überschrift beinnhaltet eine negative Unterstellung. Warum steht dort nicht: Erst vier Prozent der syrischen Chemiewaffen konnten entsorgt werden. Das wäre eine wertungsfreie Überschrift aber das geht ja nicht bei Spon. Es sind nicht Assads Chemiewaffen, es sind Syrische! Im Beitrag könnte auch näher erläutert werden warum die Vernichtung sich so verzögert. Gruß HP
pikeaway 30.01.2014
5. Korrektur. Entschuldigung
Korrektur zu meinem Beitrag. Entschuldigung für den Patzer. Es muss lauten: Seymour Hersh wurde für "die Aufdeckung des Massakers", nicht "für das Massaker" geehrt.
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