Syrien Tote bei Angriff auf von Deutschland unterstütztes Krankenhaus

Mehrere Menschen wurden bei den Angriffen getötet: Bei den Kämpfen in Syrien sind auch Krankenhäuser und Schulen attackiert worden, die von Deutschland unterstützt werden.

Zerstörtes Krankenhaus in Idlib
NEMAH/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Zerstörtes Krankenhaus in Idlib


Bei den eskalierenden Kämpfen im Nordwesten Syriens ist auch ein von der Bundesregierung unterstütztes Krankenhaus zum Ziel tödlicher Angriffe geworden. Es wurde "in den vergangenen Tagen von mehreren Geschossen getroffen, wobei auch Tote zu beklagen waren", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Unter anderem seien zehn Schulen und zwölf Krankenhäuser in der Region zerstört worden, darunter eben auch von Deutschland unterstützte Einrichtungen.

Besonders besorgt zeigte sich der Sprecher über die Umstände des Angriffs: Die Koordinaten des Krankenhauses seien vorab an die russischen Streitkräfte übermittelt worden - "mit dem Ziel, zivile Infrastruktur vor ebensolchen Angriffen zu schützen".

Dass das Krankenhaus dennoch getroffen wurde, sei "extrem besorgniserregend, weil es natürlich darauf schließen lässt, dass es sich hier nicht um einen Kollateralschaden im engeren Sinne handelt, weil zumindest der russischen Seite bekannt gewesen ist, dass es sich hier um zivile Infrastruktur handelt", sagte der AA-Sprecher.

Appell an Russland und die Türkei

Die Koordinaten der Einrichtung seien über die Vereinten Nationen an Russland übergeben worden, weil Russland der "wichtigste Verbündete" der syrischen Regierung sei. Der Außenamts-Sprecher wollte sich nicht dazu äußern, ob die übermittelten Daten möglicherweise missbraucht wurden, um das Krankenhaus gezielt anzugreifen: "Darüber will ich nicht spekulieren." Deutschland wolle sich dafür einsetzen, dass eine Dringlichkeitssitzung des Uno-Sicherheitsrats zu den Vorgängen in Syrien einberufen wird.

Das Außenamt forderte Russland und die Türkei auf, ihren Einfluss auf die radikalen Kräfte geltend zu machen, jegliches militärische Vorgehen gegen Infrastruktureinrichtungen und Zivilisten einzuschränken.

Die russische Luftwaffe und syrische Regierungstruppen hatten in den vergangenen Tagen ihre Angriffe auf die Region um Idlib massiv ausgeweitet. Diese wird zum Teil noch von Rebellen kontrolliert. Seit Ende April wurden nach Uno-Angaben in der Region mindestens zwölf Krankenhäuser und zehn Schulen bombardiert.

als/AFP/dpa



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