Syrien Tote und Verletzte bei Explosion in Damaskus

Nahe einem Wallfahrtsort ist in Syriens Hauptstadt ein Bus explodiert - es gab zahlreiche Verletzte und mehrere Todesopfer. Pilger aus Iran hatten den Wagen gerade verlassen. Nach Angaben des Innenministers handelte es sich um ein Unglück.
Zerstörter Bus in Damaskus: Explosion an einer Tankstelle

Zerstörter Bus in Damaskus: Explosion an einer Tankstelle

Foto: Ola Rifai/ AP

Damaskus - Eine Explosion hat am Donnerstag Syriens Hauptstadt Damaskus erschüttert. Mehrere Menschen wurden getötet, als ein Bus explodierte, der Pilger aus Iran transportiert hatte. Zahlreiche Menschen wurden den Angaben zufolge verletzt in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht. Es handele sich nicht um einen Terroranschlag, sagte der syrische Innenminister Said Mohammad Sammour. Er sprach von drei Toten. Die Aufräumarbeiten am Ort der Detonation verliefen jedoch so auffallend schnell, dass bei einigen Beobachtern Zweifel an dieser offiziellen Version aufkeimten.

Berichten zufolge stand der Bus an einer Tankstelle im Vorort Sajjida Seinab, als es im hinteren Teil des Busses zu einer Explosion kam. Krankenhausärzte berichteten, unter den Toten seien der iranische Busfahrer und drei Mitarbeiter einer Tankstelle. Zwei Iraner und vier Syrer seien verletzt worden, sagten iranische Diplomaten.

Nach Einschätzung eines Korrespondenten des iranischen Fernsehens wurde die Explosion durch einen Sprengsatz unter dem Bus ausgelöst. Ein Augenzeuge sagte dem libanesischen Fernsehsender al-Manar hingegen, dass eine Gasflasche im Gepäck die Ursache war.

Die Pilger waren offenbar auf dem Weg zum Schrein von Sajjida Seinab, zu Ehren der Enkelin des Prophet Mohammed. Der Wallfahrtsort zieht vor allem schiitische Muslime an. Die meisten Pilger reisen mit Bussen aus Iran an.

In der Gegend um den Schrein wohnen viele irakische Flüchtlinge, der Vorort wird daher auch als "Klein-Bagdad" bezeichnet. Besonders Schiiten leben hier laut dem arabischen Fernsehsender al-Dschasira. In dem gleichen Viertel waren durch einen Bombenanschlag im September 2008 17 Menschen ums Leben gekommen. Verantwortlich für die Explosion sollen damals Islamisten aus dem Libanon gewesen sein, die Verbindungen zur al-Qaida hatten.

Syrien ist der engste Verbündete Irans in der Region. Am Donnerstag hielt sich der iranische Atom-Unterhändler Said Dschalili zu Gesprächen mit der syrischen Führung in Damaskus auf.

kgp/dpa/AP/AFP/Reuters
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