Bürgerkrieg in Syrien Trotz Waffenruhe heftige Kämpfe in Aleppo

Drei Tage sollte nach dem Ramadan in Syrien nicht gekämpft werden. Doch die Armee hält sich in Aleppo nicht an die selbst verkündete Feuerpause. Ein Aktivist spricht von einem Trick des Assad-Regimes.

Rebellenstellung in Aleppo
REUTERS

Rebellenstellung in Aleppo


Trotz einer vom Regime verkündeten Waffenruhe hat es im Norden Syriens heftige Kämpfe zwischen Anhängern der Regierung und Rebellen gegeben. Regimekräfte versuchten mit einer Offensive, die letzte Versorgungsroute der Rebellen in der Großstadt Aleppo zu kappen, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete.

Die Beobachtungsstelle stützt sich auf ein dichtes Netz von Informanten in Syrien, ihre Angaben sind wegen der unübersichtlichen Lage aber nur schwer zu überprüfen. Auch zwei Rebellengruppen bestätigten, dass es weiterhin Kämpfe gebe.

Aleppo ist zwischen Anhängern der Regierung und der Opposition geteilt. Die umkämpfte Straße ist für den Nachschub der Rebellen in der Stadt von enormer Bedeutung. Sollten die Regimegegner diese Verbindung verlieren, wären die Rebellengebiete Aleppos von der Außenwelt abgeschnitten. Die syrische Armee und ihre Verbündeten versuchen seit Langem, diese Route in Richtung Türkei zu kappen.

Der Bürgerkrieg in Syrien begann im Frühjahr 2011 mit zunächst friedlichen Protesten gegen Assad, die jedoch niedergeschlagen wurden. Bei den Kämpfen wurden seither mehr als 280.000 Menschen getötet. Mehrere Millionen Syrer flohen ins Ausland oder sind im eigenen Land auf der Flucht.

Am Mittwoch hatte die Armee eine einseitige dreitägige Waffenruhe verkündet. Diese sollte für die Feierlichkeiten zum Ende des Fastenmonats Ramadan gelten und bis Freitagabend dauern. Das Regime habe die Feuerpause nur vorgeschoben, sagte Mahmoud al-Shami, ein Aktivist aus Aleppo. "Es ist ein neues Manöver des Regimes, um Vorteile zu erlangen."

cte/dpa/Reuters



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