Syrische Stadt Manbidsch in Nordsyrien Türkei fordert Abzug von US-Truppen

"Sie müssen sich unverzüglich zurückziehen": Der türkische Außenminister Cavusoglu fordert die USA auf, ihre Truppen aus dem syrischen Manbidsch abzuziehen. In der Region rückt das türkische Militär vor.
Türkischer Außenminister Mevlüt Cavusoglu

Türkischer Außenminister Mevlüt Cavusoglu

Foto: Rainer Jensen/ dpa

Die Türkei stört sich an der Stationierung von US-Soldaten in der syrischen Stadt Manbidsch. "Sie müssen sich unverzüglich aus Manbidsch zurückziehen", sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu. Manbidsch ist rund hundert Kilometer von der nordsyrischen Region Afrin entfernt, wo die türkische Armee gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) vorgeht.

Manbidsch wird von der YPG kontrolliert. Ankara betrachtet die YPG als Terroristen, weil sie enge Verbindungen zur verbotenen Kurdenpartei PKK hat. Die YPG ist zugleich ein militärischer Verbündeter der USA im Kampf gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS). Nun besteht die Sorge, dass es zwischen Einheiten der Nato-Partner USA und Türkei zu direkten Zusammenstößen kommen könnte.

Am Freitag hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mit einer Ausweitung des Militäreinsatzes in Afrin bis zur irakischen Grenze gedroht. Die Türkei werde auch die Stadt Manbidsch "säubern" und "bis zur irakischen Grenze keinen Terroristen übrig lassen", sagte Erdogan.

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Operation "Olivenzweig": Gefechte an der Grenze zu Syrien

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Am Samstag bekräftigte Erdogan, dass seine Regierung entschlossen sei, alles "wie eine Dampfwalze zu zermalmen", was eine Bedrohung für die Türkei darstellen könnte. Die US-Regierung rief Ankara zur Zurückhaltung auf.

Die türkische Armee hatte am Samstag vergangener Woche gemeinsam mit Rebellen der Freien Syrischen Armee (FSA) die Operation "Olivenzweig" gegen die YPG-Miliz begonnen. Die Türkei empfindet deren Präsenz an ihrer Grenze als Bedrohung.

In Köln demonstrierten am Samstag Tausende Kurden gegen den türkischen Militäreinsatz in Nordsyrien. "Terrorist Erdogan" und "Diktator Erdogan" skandierten einige Demonstranten. Viele Teilnehmer der Kundgebung trugen Transparente mit Aufschriften wie "Freiheit für Kurdistan", andere schwenkten Fahnen der YPG.

kha/AFP/Reuters
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