Bürgerkrieg Mehr als eine Million Syrer in die Türkei geflohen

Die Zahl ist ein Symbol für das Ausmaß des Bürgerkriegs in Syrien: Allein die Türkei hat inzwischen über eine Millionen Flüchtlinge aus dem Land aufgenommen.
Syrische Flüchtlinge in der Türkei

Syrische Flüchtlinge in der Türkei

Foto: Sedat Suna/ dpa

Ankara - Die Zahl der syrischen Flüchtlinge in der Türkei hat die Millionengrenze überschritten. Das sagte der stellvertretende türkische Ministerpräsident, Besir Atalay, am Donnerstag in Ankara. Sein Land habe mittlerweile 1,05 Millionen Syrer aufgenommen.

Die Türkei hat für die Bürgerkriegsflüchtlinge die Grenzen geöffnet, viele Syrer leben in dem Land in Zeltlagern. Die Regierung in Ankara unterstützt die Rebellen, die gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad kämpfen. In dem seit mehr als drei Jahren dauernden Konflikt wurden rund 160.000 Menschen getötet.

Kürzlich war Joachim Gauck in die Türkei gereist, um sich ein Bild von den Zuständen zu machen. Der Bundespräsident lobte die enormen Anstrengungen der Türkei bei der Hilfe für die Flüchtlinge. Er habe davor "großen Respekt", sagte Gauck.

Deutschland könne jedoch mehr zur Unterstützung der Flüchtlinge unternehmen, sagte das Staatsoberhaupt damals. "Angesichts der enormen Anstrengungen, die Länder wie die Türkei, Jordanien oder Libyen unternehmen, müssen wir uns fragen, ob wir all das tun, was möglich wäre."

Die Innenminister der Bundesländer hatten zuletzt beschlossen, weitere 10.000 Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen. Bislang gab es in Deutschland zwei Sonderprogramme mit je 5000 offiziellen Plätzen für Flüchtlinge. Außerdem haben fast alle Bundesländer - bis auf Bayern - kleinere Aufnahmeprogramme gestartet. Flüchtlingsexperten fordern ein deutlich großzügigeres Kontingent.

kes/dpa