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11. August 2016, 15:19 Uhr

Nach Aussöhnung mit Moskau

Türkei will wieder Luftangriffe gegen IS fliegen

Nach seinem Besuch bei Putin will der türkische Präsident Erdogan enger mit Russland zusammenarbeiten - auch militärisch. Türkische Jets beteiligen sich an den Luftschlägen gegen den IS in Syrien.

Bei einem Treffen in Sankt Petersburg am Dienstag setzten der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin auf Annäherung und Zusammenarbeit. Einen konkreten Vorschlag dazu hat nun der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu gemacht: Die Türkei wolle sich in Syrien wieder mit Luftangriffen am internationalen Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) beteiligen.

"Wir müssen alle gemeinsam gegen Daesch kämpfen", sagte Cavusoglu dem türkischen Sender NTV. Daesch ist der arabische Name für die IS-Miliz. "Wir werden uns mit unseren Flugzeugen aktiv an den Operationen beteiligen." Derzeit werde mit der russischen Regierung "über alle Details" gesprochen. Vertreter des türkischen Geheimdienstes, der türkischen Armee sowie Außenpolitikexperten seien deswegen in Moskau, so Cavusoglu.

Bis Ende November waren Russland und das Nato-Land Türkei jeweils im syrischen Bürgerkrieg aktiv - bisher verfolgten sie dort jedoch gegensätzliche Interessen. Moskau unterstützt Machthaber Baschar al-Assad massiv militärisch, während Ankara dessen Sturz anstrebt. Der türkischen Regierung wurde zudem immer wieder vorgeworfen, islamistische Milizen in Syrien mit Waffen unterstützt zu haben.

Dann schoss die türkische Luftwaffe im syrischen Grenzgebiet einen russischen Kampfbomber ab und löste damit eine schwere Krise mit Moskau aus. Aus Angst vor russischer Vergeltung stellte die Regierung in Ankara daraufhin Luftangriffe gegen den IS in Syrien ein.

Bei dem ersten Treffen von Erdogan und Putin seit Langem vereinbarten beide Seiten einen Neustart ihrer Beziehungen. Details über die geplante Zusammenarbeit nannten beide Präsidenten vor allem im wirtschaftlichen Bereich: Den Energiebereich bezeichnete Putin dabei als Schlüsselbereich, der Touristenstrom solle wiederbelebt und Charterflüge wiederaufgenommen werden. Putin kündigte auch die Lockerung von bestehenden Sanktionen an.

vek/dpa/AFP

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