US-unterstützte YPG Türkische Armee bombardiert Kurdenmiliz in Syrien

Türkische Streitkräfte haben im Norden Syriens Positionen der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) angegriffen. Die YPG wird von den USA unterstützt, während der US-Verbündete Türkei seit Langem gegen sie vorgeht.

Türkische Flagge an türkisch-syrischer Grenze
REUTERS

Türkische Flagge an türkisch-syrischer Grenze


Die türkische Armee hat laut Medienberichten im Norden Syriens Stellungen der von den USA unterstützten Kurdenmiliz YPG bombardiert. Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete, die türkische Artillerie habe Stellungen der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) am Ostufer des Euphrat in der Region Kobane an der Grenze zur Türkei beschossen.

Die Türkei betrachtet die YPG als den syrischen Ableger der von ihr bekämpften Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), während der Nato-Partner USA die Miliz im Kampf gegen die Dschihadisten in Syrien unterstützt.

Laut Anadolu wurden "Unterstände" und "Schützengräben" der Kurdenmiliz auf einem der syrischen Grenzstadt Dscharablus gegenüberliegenden Hügel bombardiert. Die YPG bilden das Rückgrat der arabisch-kurdischen Militärallianz Syrische Demokratische Kräfte (SDF). Die Türkei sieht in der YPG-Miliz eine Bedrohung ihrer Sicherheit. Sie will sie von ihrer Grenze vertreiben, auch, weil sie die Entstehung eines eigenständigen Kurdenstaates befürchtet.

Angriff könnte Verhältnis zu den USA weiter verschlechtern

Die YPG-Miliz hatte Kobane im Januar 2015 von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) eingenommen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte wiederholt angekündigt, Kobane und weitere Orte in der Nähe der türkischen Grenze würden "von Terroristen gesäubert".

Seit 2016 hat die türkische Armee in Nordsyrien westlich des Euphrats zwei Offensiven geführt, um zu verhindern, dass die YPG-Miliz ein zusammenhängendes Gebiet nahe der Grenze kontrolliert. Erst Anfang 2018 griff das Türkische Militär das YPG-besetzte Afrin im Nordwesten Syriens an. Eine ausgedehnte türkische Militäroffensive östlich des Flusses könnte das bereits jetzt angespannte Verhältnis zum Nato-Partner USA weiter verschlechtern.

Der Angriff vom Sonntag fand einen Tag nach dem Vierer-Gipfel zu Syrien statt, bei dem die Türkei, Russland, Frankreich und Deutschland vertreten waren.Die Gipfelteilnehmer riefen zur Wahrung der Waffenruhe in der letzten Rebellenbastion Idlib auf. Außerdem forderten sie die Bildung eines Verfassungskomitees noch vor dem Jahresende. Sie bekräftigten sie ihr "Bekenntnis zur Souveränität, Unabhängigkeit, Einheit und territorialen Unversehrtheit" Syriens. Der Konflikt könne nicht militärisch gelöst werden, sondern nur "durch Verhandlungen im Rahmen eines politischen Prozesses", hieß es nach dem Vierertreffen in Istanbul.

mal/AFP/Reuters



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