Türkische Offensive Was nun mit den IS-Gefangenen in Syrien passiert

Die SDF-Kämpfer halten in Nordsyrien Zehntausende IS-Unterstützer in Lagern fest. Zwei der bekanntesten Terroristen sind nach dem türkischen Vormarsch nun in US-Gewahrsam. Wie geht es mit den anderen weiter?

In Haft - für wie lange? Anhängerinnen des IS im Lager al-Hol in Syrien
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In Haft - für wie lange? Anhängerinnen des IS im Lager al-Hol in Syrien

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Die Türkei hat ihre Offensive auf Nordsyrien mit Luftschlägen gegen Qamischli, Kobane, Ras al-Ain und Tel Abjad am Mittwoch begonnen.

In fast allen dieser Städte gibt es Gefängnisse, in denen Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) einsitzen. Oft sind es improvisierte Haftanstalten, in Kobane etwa eine ehemalige Schule.

Die syrisch-kurdischen SDF-Kämpfer müssen nun versuchen, die Häftlinge unter ihrer Kontrolle zu behalten, während sie die türkischen Truppen abwehren und IS-Schläferzellen, die die Gunst der Stunde nutzen, um neue Angriffe zu starten, bekämpfen.

Wie viele IS-Kämpfer sind in Nordsyrien inhaftiert?

Rund 11.000 IS-Kämpfer sind dort in Haft, etwa 9000 Syrer und Iraker sowie 2000 Ausländer, darunter nach Schätzungen etwa 100 Deutsche. Sie sind verteilt auf rund 50 Gefängnisse im Nordosten Syriens. Die meisten davon befinden sich nahe der Grenze der Türkei - innerhalb der Pufferzone, die die Türkei in Syrien besetzen will.

Dazu kommen noch rund 73.000 Angehörige von IS-Kämpfern, Frauen und Kinder, etwa 63.000 Syrer und Iraker sowie 11.000 Ausländer.

Unter ihnen sind auch rund 120 deutsche Kinder und bis zu 90 deutsche Frauen. Sie werden im Lager al-Hol festgehalten. Dieses liegt etwa 60 Kilometer von der syrisch-türkischen Grenze entfernt.

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Die Zustände in dem überfüllten Lager sind schon länger katastrophal. In den vergangenen Monaten ermordeten dort IS-Anhängerinnen andere der gefangenen Frauen, die sich offenbar vom IS abwenden wollten.

Wie soll es mit den Gefangenen weitergehen?

US-Präsident Donald Trump hatte nach seinem Telefonat mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan am Sonntag lapidar verkünden lassen, dass die Türkei nun für diese Gefangenen verantwortlich sei. Doch offenbar hat er selbst daran seine Zweifel. So twitterte Trump am Mittwochabend, dass die USA den syrischen Kurden nun die britischen "Terror-Beatles" abgenommen hätten.

Bei dieser Gruppe handelt es sich um vier Männer, die wegen ihrer Herkunft und ihres britischen Akzents so genannt wurden. Ein Mitglied ist tot, ein zweites in türkischer Haft - und die beiden übrigen nun in Gewahrsam der Vereinigten Staaten, vermutlich im Irak. Der "Washington Post" zufolge wollen die USA mehrere Dutzend besonders gefährliche ausländische IS-Kämpfer in Nordsyrien nun selbst festnehmen.

Ihre eigenen Staatsbürger, rund ein Dutzend, haben die USA den syrisch-kurdischen Milizen schon vor längerer Zeit abgenommen. Ein mutmaßlicher amerikanischer IS-Scharfschütze steht derzeit in New York vor Gericht, ihm droht lebenslange Haft. Auch Russland, die Türkei, Kasachstan, Kosovo, Tadschikistan und Usbekistan haben ihre insgesamt mehr als 1250 Staatsbürger größtenteils bereits zurückgeholt.

Video: Türkei-Offensive bedroht Sicherheit in Europa

Die Europäer dagegen zögerten. Denn es könnte europäischen Gerichten schwerfallen, Beweise zu finden, für Verbrechen, die in Syrien oder im Irak begangen wurden. Schweden hatte ein internationales Tribunal vorgeschlagen für die in Syrien und im Irak begangenen IS-Verbrechen.

Allein: Diese Idee ist kaum umsetzbar, weil dazu die Zustimmung des syrischen Regimes von Baschar al-Assad und eine Resolution des Uno-Sicherheitsrats nötig wären, der im Syrienkonflikt zutiefst gespalten ist. Bisher haben Frankreich, Norwegen, Schweden und die Niederlande nur insgesamt knapp 30 Kinder zu sich geholt; auch Deutschland holte im August vier Kinder aus Syrien.

Erdogan versicherte am Donnerstag, die Türkei wolle die IS-Kämpfer in Nordsyrien weiter festhalten. Sie sollten dort in den Gefängnissen bleiben, falls ihre Heimatländer sie nicht zurückholen wollten.

Welche Gefahr stellen die inhaftierten Terroristen dar?

Doch je länger die Kämpfe im Nordosten Syriens nun andauern, desto wahrscheinlicher ist, dass viele der bisher inhaftierten IS-Kämpfer und ihre Familien entkommen könnten.

Was dies für Syrien und den Irak bedeutet, lässt sich erahnen: Zwischen Herbst 2012 und Frühjahr 2013 war es dem Vorläufer des IS gelungen, durch mehrere spektakuläre Gefängniseinbrüche im Irak mehr als 1500 Dschihadisten zu befreien. Ein Jahr später dann gelang es dem IS scheinbar über Nacht weite Teile des Irak und Syriens zu erobern.

Trump scheint die Aussicht, dass Tausende IS-Anhänger ausbrechen könnten, egal zu sein. Als er am Mittwoch auf einer Pressekonferenz darauf angesprochen wurde, sagte er: "Na, sie werden zurück nach Europa entkommen."

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recepcik 10.10.2019
1. Da die USA
Gemeint ist Pentagon und nicht Trump, der Türkei nicht trauen bringen sie die Topterroristen des IS sicherheitshalber nach Irak. Die Türkei hat gestern Abend schon die Umgebung eines IS Lagers bombardiert. Sie hofft dass die Terroristen die fliehen sich an den Kurden rächen. Womöglich wird Erdogan ihnen türkische Uniformen überziehen und sie als Schlächter gegen die Kurden einsetzen. Das blöde ist aber, dass die Kurden im Besitz der Pässe dieser Terroristen sind und die jeweiligen Geheimdienste informiert haben. Putin sollte sich nicht wundern, wenn bald die Tschetschenen aus Syrien bei ihm auftauchen. Wenn der IS demnächst wieder mit Anschlägen in Weltmetropolen von sich Schlagzeilen macht, haben wir dass der Türkei und dem Kalifen des islamistischen Terrors Erdogan zu verdanken.
joes.world 10.10.2019
2. Und die EU? Die schaut nur zu!
Dabei hat Trump sehr richtig erkannt, dass die inhaftierten IS-Kämpfer weniger eine Gefahr für die USA sind, als für Europa. Als er auf eine Reporterfrage antwortete, dass die nach Europa (und eben nicht die USA) gehen werden, wo sie so und so hin wollen - konnte er sich ein kleines Schmunzen nicht verkneifen. Trump hat viele Entscheidungen aus dem Bauch getroffen. Und er fuhr damit bisher gar nicht so schlecht. Und auch die freie Welt nicht. Denn wo unter Obama Krieg & Terror herrschte, atomare Aufrüstung und Besetzung und Verwüstung fremder Länder durch große Nachbarn - wurde es ruhiger und friedlicher. Nun aber, ist alles anders. Und die EU ist darauf überhaupt nicht vorbereitet! Wieder einmal ist die EU nur Zuseher. Und gestaltet nicht mit. Die wirtschaftlich und wohl auch militärisch schwächere Türkei bestimmt, wen sie vertreibt und wen sie umsiedelt und wer demnächt vor unseren Türen stehen wird. Heimatlos. Kriegstraumatisiert. Und Erdo legt sogar noch eines drauf! Nun will er schon die Grenzen für über 3 Millionen öffnen, wenn die EU ihn nur kritisiert! So weit ist es mit der EU gekommen: Erdo kritisieren bedeutet für die EU zwar nicht Haft, wie für alle seine Kritiker in der Türkei, aber immerhin schon Erpressung. Weil er weiß, dass die EU keinen funktionierenden Grenzschutz aufgebaut hat. Und wer mit den 3 Millionen in die EU kommt, sollte auch klar sein: jede Menge IS Sympathisanten aus den Kurdenlagern. Denn deren Wachpersonal wird gerade von Erdos Truppen bekämpft. Was die EU seit Jahren betreibt, ist eine schrittweise Aufgabe ihrer Souveränität. Heute muss sie ohnmächtig abwarten, ob Erdos wahnhafter Nationalismus wieder Millionen Menschen entwurzelt, die nächste Flüchtlingskrise kommt. Ohne die Kraft, irgend etwas zu tun. Erdo spielt sich wie ihr Zuchtmeister auf. Die ganzen EU-Politiker sind moralisch eine Katastrophe und scheinbar völlig überfordert, wenn sie weiter als bis zum nächsten Lobbyistentreffen denken soll. Erdo ist ein Tyrann, die IS Kämpfer Glaubenskrieger mit einem Drang nach Europa und die EU ist ein krankes Gebilde. Unfähig sich heutiger Gefahen noch zu stellen. Gerade einmal gut genug, sich selber jahrelang zu zerfleischen. Siehe Brexit. Mehr aber, geht nicht. Und das wird uns noch massive Probleme bereiten. Wetten?
ray8 10.10.2019
3. Drama Kurdistan
Muss man jetzt tatsächlich hoffen, dass der Schlächter Assad den Kurden hilft? Sind wir so weit gekommen? Völlig hilflose europ. Außenpolitik. Insbesondere die deutsche mal wieder. Es ist erbärmlich.
g.eliot 10.10.2019
4. Verrat an den Kurden
Zitat aus dem Artikel: Trump scheint die Aussicht, dass Tausende IS-Anhänger ausbrechen könnten, egal zu sein. Als er am Mittwoch auf einer Pressekonferenz darauf angesprochen wurde, sagte er: "Na, sie werden zurück nach Europa entkommen." Dies hat er mit einem zufriedenen und gleichzeitig höhnischen Blick geäußert, als ob er sich darüber freut. Er zeigt ja auch immer wieder, was er von den Europäern hält: nichts. Er hasst die EU, möchte sie, wie alle anderen Neofaschisten auch, am Liebsten zerschlagen. Gestern haben die Türken schon in der Nähe eines ISIS-Gefängnisses bombardiert. Und das war erst der Anfang. Das wird schlimm enden. Für Trump ist die Sache gelaufen, denn er hat ja den ISIS 100% zerschlagen, was sein Verdienst sei, seines ganz allein. Das hat er von den TV Kameras zig Mal wiederholt, und was er sagt, ist die eiserne Wahrheit, und wenn das noch so gelogen ist. Dass 10.000 Kurden und nur 60 Amerikaner dabei umgekommen sind, interessiert ihn nicht. Er lässt die Kurden von den Türken bombardieren. Eine türkische Sprecherin von Erdogan hat gestern auf CNN glaubhaft und detailliert beschrieben, dass Trump von den Plänen 100% informiert war. Also hat er darüber auch gelogen. Dieser Mann ist unmenschlich.
g.eliot 10.10.2019
5. Gemeint ist Pentagon. Tatsächlich?
Zitat von recepcikGemeint ist Pentagon und nicht Trump, der Türkei nicht trauen bringen sie die Topterroristen des IS sicherheitshalber nach Irak. Die Türkei hat gestern Abend schon die Umgebung eines IS Lagers bombardiert. Sie hofft dass die Terroristen die fliehen sich an den Kurden rächen. Womöglich wird Erdogan ihnen türkische Uniformen überziehen und sie als Schlächter gegen die Kurden einsetzen. Das blöde ist aber, dass die Kurden im Besitz der Pässe dieser Terroristen sind und die jeweiligen Geheimdienste informiert haben. Putin sollte sich nicht wundern, wenn bald die Tschetschenen aus Syrien bei ihm auftauchen. Wenn der IS demnächst wieder mit Anschlägen in Weltmetropolen von sich Schlagzeilen macht, haben wir dass der Türkei und dem Kalifen des islamistischen Terrors Erdogan zu verdanken.
Es war eine einsame Entscheidung von Trump, die Kurden im Stich zu lassen. Er und nur er ist ganz allein dafür verantwortlich. Er hatte niemandem darüber erzählt, sich mit keinem beraten, und sowohl die Republikaner als auch die Demokraten sind entsetzt und wütend auf ihn.
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