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Syrienkrieg: Elend und Alltag

Foto: LOUAI BESHARA/ AFP

Krieg in Syrien Bombenhagel und heile Welt

250 Tote in 48 Stunden: Die Menschen im syrischen Rebellengebiet Ost-Ghuta leiden unter dem Bombenhagel des Assad-Regimes. Nur wenige Kilometer weiter in der Hauptstadt Damaskus ist vom Elend kaum etwas zu spüren.

Die Uno fordert den sofortigen Stopp der Angriffe, die Exilopposition wirft Diktator Baschar al-Assad vor, einen "Vernichtungskrieg" zu führen. Dennoch setzt die Armee der syrischen Regierung die Bombardements auf die Rebellenenklave Ost-Ghuta fort.

Bei neuen Luftangriffen seien am Mittwoch zehn Zivilisten getötet und 200 weitere verletzt worden, teilte die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit, die ihre Informationen von Ärzten und Aktivisten vor Ort bezieht. Dabei seien aus Hubschraubern auch Fassbomben abgeworfen worden, die wegen ihrer verheerenden Sprengkraft und Splitterwirkung von der Uno geächtet sind.

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Zuvor hatten Aktivisten von über 250 Toten und rund 1200 Verletzten durch Angriffe binnen 48 Stunden berichtet. Es ist eine der schwersten Angriffswellen auf das Gebiet seit Ausbruch des Bürgerkriegs vor fast sieben Jahren.

Assad scheint offenbar entschlossen, die Region vor der Hauptstadt Damaskus zurückzuerobern, die seit 2012 von Rebellen kontrolliert und seit 2013 von Regimesoldaten belagert wird. Regierungsmedien kündigten eine großangelegte Bodenoffensive für die nahe Zukunft an. "Wir warten nur darauf, bis wir an der Reihe sind zu sterben", sagte ein Einwohner der Nachrichtenagentur Reuters.

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Syrienkrieg: Elend und Alltag

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Nur zehn Kilometer sind es von Ost-Ghuta bis ins Stadtzentrum von Damaskus. Die Hauptstadt ist fest unter der Kontrolle der syrischen Regierung. Zwar feuern die Rebellen auch Mörsergranaten auf die Altstadt und andere Viertel der Hauptstadt ab - das öffentliche Leben dort verläuft aber relativ normal, von den Kämpfen und dem Leiden in Ost-Ghuta bekommen die Menschen kaum etwas mit.

Nach Angaben von Aktivisten wurden in der Rebellengegend auch mehrere Krankenhäuser zerstört. Die humanitäre Situation ist katastrophal, viele der rund 400.000 Einwohner leiden Hunger, es gibt kaum Medikamente.

In den weiter funktionierenden Kliniken fehlt es demnach an Betten, viele Verletzte müssen am Boden behandelt werden, die Ärzte operieren rund um die Uhr. Eine Krankenschwester berichtete, es sei eine schwer verletzte schwangere Frau eingeliefert worden; sie hätten einen Not-Kaiserschnitt vorgenommen, doch weder das Baby noch die Mutter hätten überlebt.

Ost-Ghuta ist neben Idlib in Nordsyrien und Daraa im Süden eine der letzten Enklaven der Rebellen in Syrien. In der Region könnte es das gleiche Szenario geben wie in Homs und Aleppo, die nach jahrelanger Belagerung und Beschuss von der Armee zurückerobert wurden. In Aleppo und Homs kamen Hunderte Menschen ums Leben, die Städte sind weitgehend zerstört.

als/dpa/Reuters/AFP
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