Krieg in Syrien Uno dementiert Del Pontes Giftgas-Äußerungen

Die Vereinten Nationen widersprechen ihrer eigenen Expertin. Die Uno-Sachverständige Carla Del Ponte hatte behauptet, syrische Rebellen hätten Giftgas eingesetzt. Laut der zuständigen Kommission liegen dafür jedoch keine Beweise vor.
Uno-Expertin Del Ponte: Zurückgepfiffen von den Vereinten Nationen

Uno-Expertin Del Ponte: Zurückgepfiffen von den Vereinten Nationen

Foto: ? Denis Balibouse / Reuters/ REUTERS

Genf - Die unabhängige Syrien-Kommission der Vereinten Nationen hat Aussagen der Uno-Expertin Carla Del Ponte über einen Chemiewaffeneinsatz durch Rebellen in Syrien dementiert. Demnach gebe es "keine beweiskräftigen Ermittlungsergebnisse für einen Chemiewaffeneinsatz in Syrien durch irgendeine der an dem Konflikt beteiligten Parteien". Die Kommission sei daher derzeit nicht in der Lage, "diese Behauptungen weiter zu kommentieren".

Del Ponte hatte in einem Fernsehinterview gesagt: "Nach den Aussagen, die wir gesammelt haben, haben die Rebellen Chemiewaffen eingesetzt und auf das Gas Sarin zurückgegriffen." Die frühere Chefanklägerin der Uno-Gerichte für das frühere Jugoslawien und Ruanda hatte im Schweizer Fernsehsender RSI hinzugefügt, die Ermittlungen seien noch lange nicht abgeschlossen und weitere gründliche Recherchen nötig. Del Ponte ist Mitglied der Kommission, die Menschenrechtsverletzungen in Syrien untersucht - für den Einsatz von Chemiewaffen gibt es jedoch einen gesonderten Ausschuss.

Um endlich Klarheit zu schaffen, forderte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen die syrische Regierung auf, Uno-Inspektoren ins Land zu lassen. "Es ist von äußerster Wichtigkeit, dass sie einen unbeschränkten Zugang für Ermittlungen erhalten, um zu klären, was wirklich passiert ist", so Rasmussen. Es sei "bedauerlich", dass die Führung in Damaskus dies ablehne.

Die Nato habe keine gesicherten Erkenntnisse darüber, wer Zugang zu Chemiewaffen habe. Die Uno-Ermittler werden von der syrischen Führung nicht ins Land gelassen, können jedoch Flüchtlinge und per Telefon auch Ärzte und Augenzeugen vor Ort befragen.

max/dpa/Reuters
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