Uno-Warnung vor Flüchtlingswelle 700.000 Syrer werden ihr Land verlassen

Mehr als 300.000 Syrer sind bereits vor dem Krieg in ihrer Heimat ins Ausland geflohen. Die Lage verschärfe sich mit dem näher rückenden Winter, warnt das Uno-Flüchtlingshilfswerk. Bis Ende des Jahres werde die Zahl sogar auf über 700.000 steigen.

REUTERS/ Save the children

Damaskus/Genf - Immer mehr Menschen sind auf der Flucht vor dem Krieg in Syrien. Binnen eines Vierteljahres hat sich die Zahl der Kriegsflüchtlinge nach Uno-Angaben mehr als verdreifacht: In Jordanien, der Türkei, im Libanon und im Irak würden inzwischen mehr als 311.000 Syrer versorgt - Ende Juni seien es rund 100.000 gewesen.

Doch das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) geht davon aus, dass die Zahl der Flüchtlinge noch dramatischer ansteigen wird. Bis zum Ende des Jahres würden mindestens 710.000 Menschen im Ausland auf Hilfe angewiesen sein. Deshalb würden dringend zusätzliche Mittel für die Versorgung benötigt, sagte UNHCR-Sprecher Adrian Edwards. Danach brauchen Syriens Nachbarstaaten bis Jahresende rund 488 Millionen US-Dollar.

Die Aufnahmeländer müssten stärker von anderen Staaten unterstützt werden, forderte Edwards. "Vielen Flüchtlingen und den Gemeinden, die sie aufgenommen haben, gehen inzwischen die Mittel aus." Die Lage verschärfe sich mit dem näher rückenden Winter. "Wir befinden uns in einem Wettlauf gegen die Zeit."

Libanesische Zeitung: Assad in Aleppo

Die libanesische Zeitung "al-Dijar" berichtet unterdessen, Syriens Diktator Baschar al-Assad habe die schwer umkämpfte Stadt Aleppo besucht. Der Staatschef habe die Entsendung weiterer 30.000 Soldaten zur Bekämpfung der Rebellen befohlen. Die Zeitung gilt als Assad-freundlich. Aleppo war bis Juli unter der Kontrolle der Regierung. In der vergangenen Woche starteten die Rebellen eine neue Offensive, um die Millionenstadt einzunehmen. Bei heftigen Kämpfen war am Wochenende auch der zum Weltkulturerbe zählende historische Basar in der Altstadt in Brand geraten.

Der Bericht über den Assad-Besuch konnte zunächst nicht überprüft werden. Assad sei vom Präsidentenpalast in Damaskus nach Aleppo geflohen. Wann genau der Besuch stattfand, wurde in dem Artikel nicht erwähnt. Assad halte sich aber noch immer in Aleppo auf. Er habe angeordnet, dass die Stadt "gesäubert" werden müsse, hieß es. Außerdem sollten weitere 2000 gepanzerte Fahrzeuge in die Stadt im Norden des Landes verlegt werden.

Syriens Ministerpräsident Wael al-Halki rief die Einwohner von Aleppo in einer TV-Ansprache zu Geduld auf. "Bewaffnete Banden" hätten in Aleppo mehrere Hochspannungsmasten zerstört, weshalb die Stromversorgung in der Stadt nun teilweise unterbrochen sei. Ingenieure und Soldaten seien aber dabei, das Problem zu beheben.

Halki kündigte in einer Rede vor dem Parlament an, dass die Regierung den Aufstand durch einen Dialog mit den weniger radikalen Oppositionsparteien beenden kann. In der vergangenen Woche habe es in Syrien zwei wichtige Konferenzen der Opposition gegeben. Dies sei die Vorbereitung für einen "großen nationalen Dialog" gewesen, bei dem dann alle Parteien an einem Tisch sitzen würden. Einen Termin für dieses Treffen nannte er jedoch nicht. Die meisten Oppositionsgruppen lehnen jedoch einen nationalen Dialog ab, solange Assad an der Macht ist.

Syriens Außenminister Walid al-Moallem bezeichnet vor der Uno Forderungen nach einem Rücktritt Assads als "eklatante Einmischung" in die inneren Angelegenheiten des Landes. Eine weltweite Verschwörung habe sich den Sturz von Assad zum Ziel gesetzt. Von den Medien würden die Extremisten noch angestachelt, beklagte der Außenminister. Nachdem er in seiner Rede 24-mal das Wort Terrorismus oder Terrorist erwähnt hatte, erklärte Moallem schließlich, dass die Regierung bereit sei, mit der Opposition zu verhandeln und mit ihr zusammenzuarbeiten, um das Blutvergießen zu beenden. Ein Fahrplan für einen Übergang zu mehr Demokratie könne nur durch einen Dialog innerhalb Syriens zustande kommen, sagte er.

Der oppositionelle Syrische Nationalrat sprach in einer ersten Reaktion von "Propaganda". Das seien nur Lippenbekenntnisse eines "brutalen und wahnhaften syrischen Regimes".

als/dpa/dapd

insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
fortion 02.10.2012
1.
Zitat von sysopAPMehr als 300.000 Syrer sind bereits vor dem Krieg in ihrer Heimat ins Ausland geflohen. Die Lage verschärfe sich mit dem näher rückenden Winter, warnt das Uno-Flüchtlingshilfswerk. Bis Ende des Jahres werde die Zahl sogar auf über 700.000 steigen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-uno-rechnet-mit-mehr-als-halber-million-kriegsfluechtlingen-a-859179.html
Wir sollten versuchen einige 100.000 Männer zu uns ins Land zu holen. Etliche davon dürften mit Waffen geübt und im Umgang mit obrigkeitlichen Autoritäten erfahren sein.
micromiller 02.10.2012
2. ja dringend
Zitat von fortionWir sollten versuchen einige 100.000 Männer zu uns ins Land zu holen. Etliche davon dürften mit Waffen geübt und im Umgang mit obrigkeitlichen Autoritäten erfahren sein.
sie sind der schluesse zur tugend auch bei uns .. ausserdem koennen sie hilfreich bei der erschaffung junger frischer geister helfen.. denke wir haben genug daemlich politiker, die das gern von unseren steuergeldern finanzieren.
jimmyolli 02.10.2012
3. Europa wird sie aufnehmen
Und wenn der Krieg vorbei ist gehen die Leute wieder zurück in ihre Heimat.wie dannzumal die Kosovaren.Die Schweiz hatte damals ca 50Tausend vorübergehend aufgenommen und inzwischen wohnen dort ca 300 Tausend.Keiner wird jemals zurückgehn,denn in Deutschland und der Schweiz lebts sich ganz gut von der Sozialhilfe.Das wird auch mit den Syrern so sein .
Lemmi42 02.10.2012
4. Diese Flüchtlinge sollten
geschlossen nach Amerika gehen,den "Freunden Syriens"sie haben großen Anteil an diesen Frühling und dem Ergebnis,Demokratie wie im Irak.
micromiller 02.10.2012
5. sure 9:5
Zitat von sysopAPMehr als 300.000 Syrer sind bereits vor dem Krieg in ihrer Heimat ins Ausland geflohen. Die Lage verschärfe sich mit dem näher rückenden Winter, warnt das Uno-Flüchtlingshilfswerk. Bis Ende des Jahres werde die Zahl sogar auf über 700.000 steigen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-uno-rechnet-mit-mehr-als-halber-million-kriegsfluechtlingen-a-859179.html
einfach mal den koran lesen .. dann ueberlegen ..denke da ist viel platz im irak und saudi arabien .. und die haben geld ohne ende.. denke da gehoeren die fluechtlinge hin
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