Syrien US-geführte Koalition bombardiert Regierungstruppen

Kampfjets der von den USA angeführten Koalition haben in Syrien Truppen des Assad-Regimes angegriffen. Das US-Militär spricht von einem Versehen - eigentlich habe man IS-Stellungen bombardieren wollen.


Das US-Militär hat eingeräumt, dass Kampfflugzeuge der US-geführten Koalition möglicherweise Stellungen der syrischen Streitkräfte im Osten des Landes bombardiert haben. Dies sei jedoch nicht beabsichtigt gewesen. Ziel der Angriffe seien demnach Stellungen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gewesen. Man wolle den Vorfall genauer untersuchen.

Syrischen Staatsmedien zufolge seien die Angriffe nahe dem Flughafen von Deir Essor erfolgt, es habe "Opfer" gegeben, berichtete das Staatsfernsehen unter Berufung auf die Armee. Nach Angaben der russischen Streitkräfte wurden mehr als 60 syrische Soldaten bei den Angriffen getötet und rund hundert weitere verletzt.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte gab die Zahl der Getöteten mit mehr als 30 an. Diese steht der syrischen Opposition nahe und stützt sich auf ein breites Netzwerk von Informanten in dem Bürgerkriegsland. Ihre Informationen sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

In Syrien war am Montag eine von Russland und den USA ausgehandelte Waffenruhe in Kraft getreten, die inzwischen jedoch wieder brüchig ist. Am Freitag hatte Russland eine erneute Verlängerung um 72 Stunden angeboten - eine solche wurde offiziell aber nicht verkündet. Zudem gilt die Waffenruhe grundsätzlich nicht für Gebiete, in denen dschihadistische Rebellengruppen aktiv sind.

In dem seit Frühjahr 2011 andauernden Bürgerkrieg wurden bisher nach Angaben von Aktivisten mehr als 300.000 Menschen getötet.

asc/dpa/AFP

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