Trainings-Desaster Pentagon stoppt Ausbildung syrischer Rebellen

500 Millionen Dollar für gerade mal fünf Kämpfer: Das ist die klägliche Bilanz der US-Rebellenausbildung im Syrienkrieg. Jetzt zieht das Pentagon Konsequenzen - und setzt auf kurdische Kämpfer.
Syrische Rebellen im Einsatz (Archivaufnahme vom August 2015): Das Pentagon ist enttäuscht

Syrische Rebellen im Einsatz (Archivaufnahme vom August 2015): Das Pentagon ist enttäuscht

Foto: OMAR HAJ KADOUR/ AFP

Die Erwartungshaltung war groß: 5000 syrische Rebellen sollten bis Ende dieses Jahres von US-Einheiten für den Kampf gegen den "Islamischen Staat" (IS) ausgebildet werden. 500 Millionen Dollar ließ sich Washington das Programm kosten. Doch das Ergebnis ist mau: Am Ende blieben nur fünf Kämpfer.

Jetzt zieht die Regierung die Reißleine: Das Training wird gestoppt.

Verteidigungsminister Ashton Carter kündigte am Freitag in London eine Änderung des Programms an: Statt der Rebellen sollen nun kurdische Kämpfer und andere Gruppen trainiert werden. Einzelheiten nannte er nicht, Präsident Barack Obama werde sich noch im Lauf des Tages äußern.

Der Pentagon-Chef ging damit indirekt auf einen Bericht der "New York Times" ein, wonach die Ausbildung der Rebellen beendet  werde. Das Blatt berief sich auf Angaben der Regierung: Das Programm habe keinerlei Auswirkung auf eine bessere Kampfkraft der Rebellen gehabt.

Den Misserfolg des Trainings hatte kürzlich schon General Lloyd J. Austin III, Leiter des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten, Zentralasien und Ostafrika, zugeben müssen: Gerade einmal "vier oder fünf Kämpfer" der sogenannten moderaten Rebellen seien gegen den IS einsetzbar.

Stattdessen wurde von Überläufern zum IS ebenso berichtet wie von Waffen, die von den USA für die Rebellen gedacht waren - aber bei der Terrormiliz landeten.

IS weiter auf dem Vormarsch

Die Kämpfer des IS gewinnen zurzeit trotz der Luftangriffe mehrerer Länder in Syrien weiter an Boden. Im Norden hätten die Dschihadisten die größten Geländegewinne seit August gemacht, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag mit. Bei Aleppo habe der IS mehrere Dörfer von rivalisierenden Aufständischen erobert und sei bis auf zwei Kilometer an die Regierungseinheiten herangerückt, die den Norden von Aleppo kontrollieren.

In der Region wurde auch ein General der iranischen Revolutionsgarden getötet. Er habe die syrische Armee im Kampf gegen den IS beraten, erklärte die Eliteeinheit.

Seit vergangener Woche beteiligt sich Russland mit Luftangriffen am Kampf gegen den IS in Syrien. Nach Angaben der Beobachtungsstelle waren allerdings nur zehn Prozent der Angriffe gegen IS-Ziele gerichtet. Die Angaben lassen sich von unabhängiger Seite nicht bestätigen.

als/Reuters/AFP/dpa
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