Friedensverhandlungen für Syrien USA und Russland fordern regionale Waffenstillstände

Vor der geplanten Friedenskonferenz für Syrien plädieren die USA und Russland dafür, zumindest in einigen Gebieten die Waffen ruhen zu lassen. Damit soll die Gewalt in dem Bürgerkriegsland eingedämmt werden. Ein Anfang könnte in Aleppo gemacht werden.

Kämpfer in Aleppo: Vorschlag für regionalen Waffenstillstand
REUTERS

Kämpfer in Aleppo: Vorschlag für regionalen Waffenstillstand


Paris - Die USA und Russland haben zu "örtlichen Waffenstillständen" in Syrien vor der geplanten Friedenskonferenz aufgerufen. US-Außenminister John Kerry sagte am Montag nach einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in Paris, dies sei für den Anfang etwa für die Stadt Aleppo denkbar. Zudem sei über einen Austausch von Gefangenen durch die Bürgerkriegsparteien gesprochen worden sowie über das Angebot der Regierung in Damaskus, humanitäre Hilfe für gewisse Regionen zuzulassen.

Die Friedenskonferenz zu Syrien soll am 22. Januar in Montreux in der Schweiz beginnen. In dem seit fast drei Jahren anhaltenden Bürgerkrieg sind mehr als 100.000 Menschen getötet worden. Millionen Menschen sind auf der Flucht.

Lawrow und der internationale Syrien-Sondergesandte Lakhdar Brahimi sprachen sich auch dafür aus, dass Iran an den Friedensgesprächen teilnehmen solle. Teheran befindet sich nicht auf einer ersten Liste von 30 Staaten, an die auf Veranlassung von Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon Einladungen verschickt wurden.

Papst fordert gemeinsamen politischen Willen ein

Papst Franziskus machte die Lage in Syrien zum Thema in seiner Neujahrsansprache an das diplomatische Korps. Er setzt große Hoffnung in die geplanten Friedensverhandlungen, damit der blutige Bürgerkrieg beendet werden kann. Ein gemeinsamer politischer Wille sei jetzt notwendig, "um den Anfang des ersehnten Weges der Befriedung zu setzen", mahnte der Papst am Montag. Zudem müssten die Menschenrechte unbedingt geachtet werden.

"Unannehmbar ist, dass die wehrlose Zivilbevölkerung heimgesucht wird, vor allem die Kinder", kritisierte der Papst. Er strich damit erneut das Engagement des Vatikans für eine Friedenslösung in Syrien heraus. Für den Montag hatte der Vatikan zu einer internationalen Syrien-Konferenz hinter verschlossenen Türen eingeladen, um die Chancen eines Waffenstillstands und für humanitäre Korridore zu erörtern.

Am Wochenende hatte sich die Gruppe der "Freunde Syriens" in Paris getroffen, um die Friedenskonferenz in der Schweiz vorzubereiten. Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte daran teilgenommen. Einen Durchbruch erzielten die Vertreter der elf Staaten aber zunächst nicht: Sie forderten zwar die syrische Opposition zur Teilnahme an der Konferenz auf, doch die hält sich das weiter offen.

ler/AFP/Reuters/dpa

insgesamt 12 Beiträge
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leos-amigo2 13.01.2014
1. sinnlose Forderung
da die Rebellenführer keine Kontrolle über die komplett alle Gruppierungen haben, wird auch keiner einen realen Waffenstillstand garantieren können.
topodoro 13.01.2014
2. Und zu dem Meeting mit den "Freunden Syriens"
Zitat von leos-amigo2da die Rebellenführer keine Kontrolle über die komplett alle Gruppierungen haben, wird auch keiner einen realen Waffenstillstand garantieren können.
Und zu dem Meeting mit den "Freunden Syriens", (nicht zu verwechseln mit den "Freunden Libyens"), ist ja auch nur die Syrien National Coalition erschienen und nicht der Syrien National Council. Amad al Jarba, von der Syrien National Coalition, musste wohl antreten, weil sonst seine Geldgeber aus SaudiArabien ihr Gesicht total verloren hätten. Aber weder der Syrien National Council, noch die Syrien National Coalition können die Einhaltung eines Waffenstillstands garantieren. Und die syrische Armee wird sich doch nicht wehrlos abknallen lassen.
gardarika 13.01.2014
3. optional
Ich sagte es noch im Jahre 2010 - Putin und Obama sind das GLEICHE Team!
sysiphus-neu 13.01.2014
4. schwierig
Es dürfte für die syrische Armee schwierig werden, vernünftige und verlässliche Ansprechpartner für Waffenstillstände zu finden. Möglicherweise gelingt das an einzelnen, isolierten Kriegsschauplätzen. Generell aber lehnen alle ISIS-Nusra-Kaida-Banden jegliche Verhandlungen ab, während andere Rebellengruppen eventuell temporär kaufbar wären. Momentan aber sind ohnehin fast alle damit beschäftigt, sich gegenseitig im Kampf um die Sponsorengelder zu eliminieren - sehr zur Freude der SAA. Im Zusammenhang mit diesem internen Krieg war übrigens in einem Nebensatz zu lesen, wo z.B. die ISIS ihr Hauptquartier in Aleppo hatte - in einem KINDERKRANKENHAUS. So viel zum Thema menschliche Schutzschilde und verbrecherischer Kriegsführung. Ein Frieden in Syrien kann m.E. nur durch konsequenten äußeren Zwang gegen die Geldgeber und Unterstützer der Dschihad-Verbrecher erreicht werden. Aber wird der Westen gegen einen Teil seiner eigenen Eliten vorgehen?
Faceoff 13.01.2014
5. Versuch wär´s wert
Zitat von leos-amigo2da die Rebellenführer keine Kontrolle über die komplett alle Gruppierungen haben, wird auch keiner einen realen Waffenstillstand garantieren können.
Was meinen Sie wohl, wie USA und Russland auf die Idee mit den REGIONALEN Waffenstillständen kamen? Ist in er Praxis sicherlich nicht so ohne Weiteres umsetzbar, denn schließlich gibt es unterschiedliche Gruppierungen auf BEIDEN Seiten (meine Vor-Poster übersehen beflissentlich die Hiszbollah). Aber es wäre im Interesse der Zivilbevölkerung mit Sicherheit einen Versuch wert.
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