CDU Merz lobt Kramp-Karrenbauer für Syrien-Vorstoß

Mit ihrem Vorschlag einer internationalen Schutzzone in Nordsyrien hat sich Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer nicht nur Freunde gemacht. Unterstützung bekommt sie vom ehemaligen Herausforderer Friedrich Merz.

Friedrich Merz: Lob für den Vorstoß der einstigen Rivalin
Ina Fassbender / DPA

Friedrich Merz: Lob für den Vorstoß der einstigen Rivalin


Ihren Kabinettskollegen Heiko Maas hat Annegret Kramp-Karrenbauer mit ihrem Syrien-Vorstoß irritiert, dafür erhält sie die Unterstützung eines prominenten Parteikollegen. CDU-Politiker Friedrich Merz sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", der Vorschlag der Verteidigungsministerin für eine internationale Schutzzone im Norden Syriens sei ein wichtiges Signal, "dass wir bereit sind, außen- und sicherheitspolitisch Verantwortung zu übernehmen".

Deutschland habe viel zu lange davor zurückgeschreckt, die Initiative zu übernehmen, sagte Merz. Freilich müsse man abwarten, wie die Idee konkret ausgestaltet werde - es sei aber "gut, dass jetzt ein Vorschlag auf den Tisch kommt und dass sich das Verteidigungsministerium der Sache annimmt".

Merz: EU muss in der Sicherheitspolitik gemeinsam auftreten

Merz hält es zudem für ein "starkes Signal", wenn die EU-Staaten auch nach dem Brexit mit Großbritannien "in der Sicherheitspolitik weiter gemeinsam auftreten". Die EU sei "seit Jahren völlig absorbiert von der Auseinandersetzung um den Brexit", sagte der ehemalige Vorsitzende der Atlantik-Brücke und Rivale Kramp-Karrenbauers um den CDU-Vorsitz. Dadurch seien wichtige Zukunftsfragen in den Hintergrund geraten.

Kramp-Karrenbauer im Video:

REUTERS/Detusche Welle

Die Verteidigungsministerin schlägt eine "international kontrollierte Sicherheitszone" in Syrien unter Einbeziehung der Türkei und Russlands vor. Für den Vorschlag musste die CDU-Chefin viel Kritik einstecken - er war nicht mit der SPD und mit Partnerstaaten abgestimmt. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sagte, der Vorstoß habe "eine gewisse Irritation bei unseren Partnern" ausgelöst.

mes/AFP/dpa

insgesamt 29 Beiträge
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Angelheart 23.10.2019
1. Spätestens jetzt...
...sollte AKK äußerst vorsichtig werden...wenn Pinocchio sich positiv über sie äußert, kann das für sie nicht gut enden! Hat sie aber auch nicht verdient!
MyMoon 23.10.2019
2. Vergiftet
Ein vergiftetes Lob in meinen Augen. Frau Krampf-Karrenbauer hat sich lächerlich gemacht mit ihrer Forderung. Nicht abgesprochen mit dem Koalitionspartner eine unrealistische Aussage zu treffen welche die Aussenpolitik grundlegend ändert. Mit welchen Truppen wollte sie nach Nordsyrien? Mit welchen Ziel? Etwa die PKK militärisch gegen den sehr viel stärkeren Nato Partner Türkei schützen? Lächerlich. Und im übrigen zu wenig zu spät. Herr Merz hat das verstanden und weiss das sich seine innenpolitische Gegnerin auf die Kanzlerkandidatur ins Abseits manövriert hat. Er leicht gönnerhafte ihren Vorschlag gutheißen. Er kann damit innerparteiliche Solidarität darstellen und nach aussen nicht so kämpferisch verkrampft wirken wie Frau Karrenbauer. Übrigens sind Russland, Iran und Türkei sind die Player und Machtzentren und Entscheider in Syrien. Nicht die EU die 7 Jahre dem Krieg tatenlos zugeschaut hat.
walter_de_chepe 23.10.2019
3. Merz ist also nicht besser als AKK
Mir ist der Sinn dieses Vorschlags nicht ersichtlich. Es geht niemals, wenn man sich gegen die Türkei, Russland und die syrische Regierung stellt. Welche internationale Gemeinschaft soll das sein, die so etwas tut? Außerdem müssen in Syrien viel mehr und ganz andere Fragen als ein Streifen von 35 km Breite gelöst werden. AKK hat nur auf die türkische Politik der letzten zwei Wochen reagiert. Wo ist die Strategie?
scratchpatch 23.10.2019
4. Unfair
Hätte Maas denselben Vorschlag gemacht, hätten sich die Medien wahrscheinlich überschlagen vor Begeisterung. Ich finde das nicht fair, wie mit Kramp-Karrenbauer umgegangen wird. Etwa bei "Heute" im ZDF, wo ZDF-Moderatorin Shakuntala Banerjee meinte, ihr unterstellen zu müssen, dass sie den Vorschlag ausschließlich gemacht habe, um mal wieder Aufmerksamkeit zu bekommen und ihr schlechtes Image aufzubessern. Das muss man sich mal vorstellen, dass eine Politikerin demzufolge deutsche Soldaten einem lebensgefährlichen Risiko aussetzen will, nur um das eigene Image zu verbessern. Ich frage mich, wie die Moderatorin reagieren würde, wenn man ihr unterstellen würde, nur aus Karrieregründen so eine Kritik zu formulieren. Ganz sicher wäre sie empört und das zu Recht. Wenn man aber selbst nicht will, dass man in der Öffentlichkeit so verzerrt dargestellt wird, dann sollte man Politikern auch dieses Recht zubilligen. Es ist ja äußerst populär, Politiker zur Zielscheibe zu machen und ihnen jede gute Absicht abzusprechen. Gerade bei Rechtspopulisten. Jeder sollte sich einmal fragen, wie viel er dazu beiträgt. Dieser Vorschlag sollte sachlich geprüft werden und nicht mit der Absicht, der CDU-Vorsitzenden mal wieder eins auszuwischen.
HeinzLambertus 23.10.2019
5. Der Übervater
für den er sich hält ist wie ein lauender Fuchs im Hinterhalt. Ich halte diesen Mann für gefährlich in der Politik, da er am Gängelband der Grossfinannz agiert. Leider glauben noch viele er sei dei Antwort auf der Kanzlerin Merkel, das wird aber für jeden Nachfolger nicht leicht werden.
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