Kämpfe in Syrien Sechs Kinder bei russischem Luftangriff getötet

Russische Kampfjets haben in Syrien nach Angaben von Aktivisten eine Schule angegriffen, in der Flüchtlinge untergebracht waren. Mindestens zehn Menschen starben, darunter mehrere Kinder.
Idlib ist die letzte große Rebellenhochburg in Syrien - und immer wieder Ziel von Luftangriffen

Idlib ist die letzte große Rebellenhochburg in Syrien - und immer wieder Ziel von Luftangriffen

Foto: Ghaith al-Sayed / AP

Bei Bombardements durch russische Kampfflugzeuge sind im Nordwesten Syriens laut Aktivisten mindestens zehn Zivilisten getötet worden, darunter sechs Kinder. Russische Kampfjets hätten eine Schule angegriffen, in der Flüchtlinge untergebracht waren, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag mit. Die Bomben seien nahe dem Dorf Sarakib im Osten der Provinz Idlib niedergegangen. Idlib ist die letzte große Rebellenhochburg des Landes.

Die Rebellen-nahe Beobachtungsstelle mit Sitz in London bezieht ihre Angaben von Aktivisten vor Ort. Von unabhängiger Seite sind die Angaben kaum zu überprüfen.

Seit April versuchen Truppen der Regierung von Präsident Baschar al-Assad mit Unterstützung Russlands, alle Gebiete in Idlib und in der Nachbarprovinz Hama unter ihre Kontrolle zu bringen. Durch die Kämpfe wurden nach Angaben der Vereinten Nationen in den vergangenen Wochen rund 60.000 Menschen vertrieben. Seit Beginn der Offensive im April mussten schätzungsweise 400.000 Menschen ihre Heimat verlassen. Uno-Generalsekretär António Guterres hat mit Blick auf die betroffenen Menschen zum sofortigen Stopp der Kämpfe aufgerufen.

Kinder würden die "volle Wucht" der Gewalt in Syrien tragen, teilte das Uno-Kinderhilfswerk Unicef mit. Mehr als 500 Kinder seien in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres verletzt oder getötet worden, hieß es. In Flüchtlingslagern nahe der syrisch-türkischen Grenze seien viele Familien immer noch ohne Schutz und würden trotz des kalten Wetters im Freien schlafen.

Im Dorf Marat al-Numan im Süden von Idlib führten die Kämpfe dazu, dass die Syrian American Medical Association (SAMS) den Betrieb von zwei großen Krankenhäusern einstellte. Die Lage dort habe sich deutlich verschlechtert, teilte SAMS mit. Vor der Eskalation der Kämpfe hätten beide Krankenhäuser etwa 300.000 Zivilisten versorgt.

mkl/dpa
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